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Arbeiten in Österreich - Die Wichtigsten Informationen

Pflichtversicherung


Alle die in Österreich arbeiten, müssen ohne Ausnahme bei der Sozialversicherung angemeldet werden! Die Sozialversicherung umfasst eine Kranken-, Arbeitslosen-, Pensions- und Unfallversicherung.

Für all diese Versicherungen muss man automatisch vom Arbeitgeber angemeldet werden, wenn man mehr als die „Geringfügigkeitsgrenze“ (entspricht 438,05 Euro monatlich, im Jahr 2018) verdient. Wer weniger verdient muss zumindest Unfallversichert werden, auch dafür ist der Arbeitgeber zuständig. (Vorsicht: Die Unfallversicherung gilt nur für Unfälle bei der Arbeit und am Arbeitsweg!)

Um sicher zu stellen, dass man vom Arbeitgeber auch wirklich ordnungsgemäß bei der Sozialversicherung angemeldet wurde, kann und sollte man bei der zuständigen Krankenkasse um einen Versicherungsauszug bitten. Dieser ist kostenlos und kann jederzeit von der Gebietskrankenkasse des betreffenden Bundeslandes ausgestellt werden.

Außerdem muss man auch jeden Monat einen „Gehaltszettel“ vom Arbeitgeber bekommen. In diesem ist genau vermerkt, wo man versichert ist und wie viel man verdient.

Welche Arbeitsverträge gibt es in Österreich?

Fast alle unselbstständigen Arbeitsverhältnisse und Dienstverträge unterliegen in Österreich einem Kollektivvertrag.

Dieser legt unter anderem fest, wie hoch das Gehalt ist und wie lange dafür gearbeitet werden muss, außerdem ist darin auch geregelt, welche zusätzlichen Leitungen, wie Sonderzahlungen oder freie Arbeitstage für das jeweilige Arbeitsverhältnis gelten.

Die Kollektivverträge sind nach Branchen geordnet und können unter kollektivvertrag.at eingesehen werden.

Zusätzlich gibt es Betriebsvereinbarungen, die weitere Vereinbarungen über Arbeitszeiten und zusätzliche freie Urlaubstage festlegen können.

• Dienstverträge

Ein Dienstvertrag (unselbständiger Erwerb) unterliegt dem Arbeitsrecht, diversen Schutzvorschriften, fast immer einem Kollektivvertrag und der verpflichtenden Meldung zur Sozialversicherung. DienstnehmerInnen unterliegen auch den Weisungen deines Arbeitgebers.

Solange dieses Arbeitsverhältnis aufrecht ist, muss der Arbeitgeber die Anmeldung bei der Sozialversicherung anmelden. Vom Lohn zieht der Arbeitgeber auch die jeweiligen Beiträge für die Arbeitslosen-, Kranken- und Pensionsversicherung ab.
Der Unterschied zwischen selbstständigen und unselbstständigen Dienstverhältnissen ist nicht immer leicht zu erkennen. Diese Unterscheidung ist aber wichtig, ob eine Beschäfti-gungsbewilligung benötigt wird oder nicht! Aus diesem Grund sollte man sich im Vorfeld gut informieren und den Vertrag prüfen lassen.


• Teilzeit und Geringfügige Beschäftigung:

Ein Dienstvertrag auf Basis von „Teilzeit“ bedeutet, dass eine kürzere Arbeitszeit vereinbart ist, als im Gesetz oder Kollektivvertrag vorgesehen ist, er unterliegt aber genauso dem Arbeitsrecht, diversen Schutzvorschriften, fast immer einem Kollektivvertrag und der verpflichtenden Meldung zur Sozialversicherung, wie ein regulärer Dienstvertrag.

Dienstverträge bei denen eine Entlohnung von unter 438,05 Euro monatlich (Stand 2018) vereinbart wird, gelten als geringfügige Beschäftigung. Für geringfügig Beschäftigte gelten zwar auch arbeitsrechtliche Vorschriften und der Kollektivvertrag, es besteht aber keine Versicherungspflicht!
Geringfügig Beschäftigte die nicht über ein anderes Dienstverhältnis, den/die PartnerIn oder Eltern versichert sind, haben die Möglichkeit sich selbst zu versichern. Der Beitrag für die Selbstversicherung beträgt 61,83 Euro (Stand 2018).

• Freie Dienstverträge:

Ein Freier Dienstvertrag (unselbständiger Erwerb) unterliegt nicht dem Arbeitsrecht und nur in wenigen Ausnahmen einem Kollektivvertrag. Es muss allerdings wie bei einem Dienstvertrag eine verpflichtende Meldung zur Sozialversicherung erfolgen. Freie DienstnehmerInnen unterliegen den Weisungen deines Arbeitgebers, können ihre Arbeitszeit und den Arbeitsort jedoch weitestgehend frei wählen.
Der Unterschied zwischen Freien Dienstverträgen und echte Dienstverträgen ist nicht immer leicht zu erkennen. Diese Unterscheidung ist aber wichtig, um zu wissen ob Kollektiverträge mit den Mindestgehältern, das Arbeitszeitgesetz und viele Schutzvorschriften zur Anwendung kommen müssen! Aus diesem Grund sollte man sich im Vorfeld gut informieren und den Vertrag prüfen lassen.

• Werkverträge:

Für Werkverträge ist keine Beschäftigungsbewilligung erforderlich. Sozialversicherungs-, steuer-, fremden- und gewerberechtliche Vorschriften sind jedoch einzuhalten.
Bei einem Werkvertrag (selbständige Erwerbstätigkeit) schuldet man dem Auftraggeber nur die Erbringung eines bestimmten Werkes oder Erfolges (z.B.: die Programmierung einer Homepage). An welchem Ort, zu welcher Zeit dieser Auftrag erfüllt wird, liegt bei dem/der selbstständigen WerkvertragsnehmerIn.

WerkvertragsnehmerInnen werden meist „Neue Selbstständige“ genannt.

Der Auftraggeber muss keine Meldung bei der Sozialversicherung vornehmen und zieht ebenso keine Beiträge von der vereinbarten Entlohnung ab. Dies muss von „Neuen Selbstständigen“ bei der Gewerblichen Sozialversicherung (SVA) selbst durchgeführt werden!

Viele Arbeiten dürfen nicht selbstständig ohne eine „Gewerbeberechtigung“ durchgeführt werden, WerkvertragsnehmerInnen mit Gewerbeberechtigung (Gewerbeschein) werden „Ein-Personen-Unternehmen“, oder kurz „EPU“ genannt.
Diese sind Mitglieder in der Wirtschaftskammer und müssen dafür auch eine Kammerumlage bezahlen. Weitere Informationen dazu gibt es hier: https://www.wko.at/service/netzwerke/ein-personen-unternehmen.html

Unbedingt beachtet werden muss der Unterschied zwischen Dienstvertrag und Werkvertrag. Die tatsächliche Tätigkeit ist entscheidend und nicht die Bezeichnung des Vertrages!

Siehe dazu und zu allen Fragen rund um Arbeit auf Werkvertrags- und Honorarbasis die Broschüre.

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