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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

"Arbeitszeit 4.0" gemeinsamer Schwerpunkt der Interessengemeinschaften

Beschäftigte wünschen sich Verkürzung der Arbeitszeit und mehr Flexibilität für Weiterbildung und Familie

Das Thema „Industrie 4.0“ ist in aller Munde und wird auf globaler, europäischer und nationaler Ebene bereits intensiv diskutiert, aber die Auswirkungen auf und für die Beschäftigten stehen noch wenig im Fokus. Das nahmen die Interessengemeinschaften (IG) in der GPA-djp zum Schwerpunkt für den bereits zur Tradition gewordenen Herbstauftakt der Interessengemeinschaften (IGs), der am Donnerstag, 10. September 2015, im Museum Arbeitswelt in Steyr/OÖ stattfand, um das Thema „Arbeitszeit 4.0“ gemeinsam mit ExpertInnen zu erörtern.

Rund 170 KollegInnen nützten die Tagung, um über Arbeitszeiten in ihren Branchen zu berichten und ihre Erfahrungen auszutauschen.


Erfahrungsaustausch
Den ersten inhaltlichen Schwerpunkt setzte Martin Griesbacher, MA, vom Institut für Soziologie der Karl-Franzens-Universität Graz. In seinem Vortrag zur „Arbeitszeitautonomie als soziokulturelle und technologische Herausforderung“ erläuterte er die Auswirkungen und Problemfelder von flexiblen Arbeitszeiten aus soziologischer Sicht.

Anschließend gab es für die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, sich über wichtige Themen der Interessengemeinschaften zu informieren und auszutauschen. In sechs Open-Space-Workshops zum Thema Arbeitszeit wurden unter anderem die Probleme in Kombination mit All-In-Verträgen, Dienstreisen und Crowdworking diskutiert.

Den Nachmittag eröffnete ao. Univ.-Prof. Dr. Martin Risak vom Institut für Arbeits- und Sozialrecht der Universität Wien. Seine Präsentation "Digital Work - tatsächlich frei von Raum und Zeit?" widmete sich vor allem dem Einfluss des technologischen Wandels und der damit verbundenen Entwicklung im Arbeitszeitrecht.

In einer Talkrunde diskutierten Manfred Wolf (Geschäftsbereichsleiter-Stv. Geschäftsbereich Interessenvertretung, GPA-djp), Dr. Rolf Gleißner (stv. Leiter Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit, WKO), Birgit Gerstorfer (Landesgeschäftsführerin AMS OÖ) und die beiden Vortragenden über die Arbeitszeitfragen der Zukunft.

Lehner: Fokus auf persönliche Bedürfnisse
Danach präsentierte Manuel Lehner (Sekretär der Interessengemeinschaften) die Ergebnisse der Umfrage unter Fach- und Führungskräften, wobei sich einige Fakten deutlich abzeichnen: Je höher die Position desto öfter wird außerhalb der Normalarbeitszeit, also abends, nachts und an den Wochenenden gearbeitet. Unabhängig von Alter und Position wünschen sich 60 Prozent der Befragten eine differenzierte Lebensarbeitszeit, um mehr Zeit für ihre Familie haben zu können. Mit zunehmendem Alter steigt außerdem der Wunsch nach einer Verkürzung der Tages- bzw. Wochenarbeitszeit. „Die häufigsten formulierten Wünsche sind jene nach einer besseren Gleitzeitregelung, nach der Möglichkeit einer 4-Tage-Woche, nach einer Arbeitszeitverkürzung und eben nach mehr Flexibilität für Familie und Freizeit“, konkretisierte Lehner.

Die Erfahrungen der BetriebsrätInnen als auch die Referate der ExpertInnen beweisen die Notwendigkeit einer intensiven Auseinandersetzung aller Beteiligten mit dem Thema „Arbeitszeit 4.0“, resümierte Wolf: „Das wird ein weiterer Schwerpunkt unserer gewerkschaftlichen Arbeit!“

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