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Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
Symbolbild: Dienstreisen
Symbolbild: Dienstreisen Symbolbild: Dienstreisen

Faktencheck: Wie schränkt das Corona-Virus Dienstreisen ein?

Durch das Corona-Virus ist die Bewegungsfreiheit der Menschen eingeschränkt. Insbesondere die Reisebranche hat darunter zu leiden und zahlreiche Unternehmen haben ihren Betrieb vorübergehend eingestellt. Dies hat Auswirkungen auf die Wirtschaft. Geplante Dienstreisen wurden verschoben oder ersatzlos gestrichen.
 
Aber was passiert, wenn eine Dienstreise unbedingt notwendig ist? Können ArbeitnehmerInnen Dienstreisen ablehnen?
 
Unklar ist noch wie sich die Ausbreitung des Corona-Virus auf der Welt entwickelt. Aktuell gibt es Grenzkontrollen und Einreisestopps auf der ganzen Welt sowie in zahlreichen EU-Mitgliedstaaten bzw. EWR-Länder. Auch die EU-Außengrenzen sind bis auf wenige wichtige Ausnahmen (z.B. internationaler Güterverkehr) geschlossen. Ausnahmen bei den länderspezifischen Einschränkungen der Ein- und Ausreise gibt es beispielsweise für PendlerInnen, GrenzgängerInnen, medizinische und humanitäre Hilfe.
 
Kann eine Dienstreise abgelehnt werden?
Ja, ArbeitnehmerInnen können eine Dienstreise ablehnen, wenn durch diese ihre Gesundheit überdurchschnittlich stark gefährdet wird. Das ist der Fall, wenn das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) eine Reisewarnung ausgesprochen hat.
 
Eine Dienstreise zu anderen Orten kann von ArbeitnehmerInnen abgelehnt werden, wenn am Zielort eine besonders hohe Ansteckungsgefahr besteht. Etwaige Vorerkrankungen sind in diesem Fall relevant und sollten bekannt gegeben werden. Wenn keine ausdrückliche Reisewarnung vorliegt, muss grundsätzlich eine Weisung zum Antritt einer Dienstreise auch während einer allfälligen Pandemie oder Epidemie befolgt werden. Im Einzelfall entscheidet über Ihre medizinische Gefährdung (z. B. bei chronischen Erkrankungen) Ihr/e betreuende/r Arzt/Ärztin. In vielen Fällen können alternativ zu Dienstreisen Video- oder Telefonkonferenzen abgehalten werden.
 
Nach der Einreise in Österreich ist eine 14-tägige Heimquarantäne notwendig. Muss mich mein Chef im Zeitraum der Heimquarantäne bezahlen?
Die Heimquarantäne stellt einen Dienstverhinderungsgrund dar. ArbeitgeberInnen müssen ArbeitnehmerInnen in voller Höhe weiterbezahlen. Anders ist es, wenn ArbeitnehmerInnen die Reise trotz einer Reisewarnung des BMEIA angetreten haben. ArbeitnehmerInnen sind im Sinne ihrer Treuepflicht auch während der Heimquarantäne zur Arbeit von zu Hause verpflichtet, wenn diese nicht krank, also arbeitsfähig, sind, die vereinbarte Arbeitsleistung von zu Hause erbringen können und die technischen Voraussetzungen dafür gegeben sind.
 
Du sitzt in einem Gebiet fest, das unter Quarantäne steht. Was ist zu beachten?
Wenn das betroffene Gebiet in Österreich, nach dem Epidemiegesetz unter Quarantäne steht, müssen ArbeitnehmerInnen weiterhin bezahlt werden, da es sich hierbei um eine Dienstverhinderung aus wichtigem Grund handelt.
 
Liegt das betroffene Gebiet im Ausland, müssen ArbeitgeberInnen nur dann weiterbezahlen, wenn ArbeitnehmerInnen unverschuldet nicht mehr ihren Arbeitsplatz erreichen können. Ein Verschulden liegt meistens dann vor, wenn ArbeitnehmerInnen trotz Reisewarnung dennoch ins Ausland gereist sind oder nicht rechtzeitig die Rückreise nach Österreich angetreten sind. ArbeitgeberInnen können von, im Ausland gestrandeten ArbeitnehmerInnen, verlangen, sich für den nächst möglichen Notflug nach Österreich zu registrieren.
 
Checkliste zu Corona und Dienstreisen 

Der Beitrag ist erstmals auf kompetenz-online.at erschienen.

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