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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Qualität braucht Rahmenbedingungen

Leistungsadäquate Bezahlung und vernünftige Arbeitsbedingungen

"Dass die Arbeit sich mit den eigenen sozialen und politischen Vorstellungen deckt, und manchmal sogar Spaß macht, kann doch kein akzeptabler Grund sein, auf Leistungsadäquate Bezahlung und vernünftige Arbeitsbedingungen zu verzichten - nur weil die Finanzierung so schwierig ist". 1)

Dass die Arbeit auch Spaß macht, ist wohl einer der Hauptgründe, dass Menschen mit guter Ausbildung jahrelang im Bereich der Erwachsenenbildung tätig sind. Menschen, die benachteiligt sind, mittels Bildung zu einer besseren Ausgangslage für gesellschaftliche Partizipation und persönliche Lebensplanung zu verhelfen, und den einen oder anderen Schritt in diese Richtung gelingen zu sehen, motiviert oft, weiter zu machen. Die Bezahlung der Arbeit tut dies nicht.

AkademikerInnen und Personen mit jahrelanger Berufserfahrung müssen zu Honoraren arbeiten, die teilweise sehr weit unter dem im Honorarbarometer erhobenen Durchschnittshonorar liegen, oder Anstellungsbedingungen akzeptieren, die der realen Arbeitsbelastung nicht entsprechen.

Teilzeitarbeit wäre notwendig, damit die erforderliche Vor - und Nachbereitung unbezahlt in der Freizeit geleistet werden könnte - und die tatsächliche Wochenarbeitszeit gesundheitlich noch vertretbar wäre. Das ist aber finanziell wiederum nicht möglich, wenn man vom Einkommen leben muss. TrainerInnen leiden darunter, einerseits die Arbeit unter Rahmenbedingungen leisten zu müssen, die nicht den notwendigen Qualitätsstandards entsprechen oder diese Arbeit unbezahlt zu leisten, und damit einkommensmäßig an oder unter der Armutsgrenze zu liegen.

Hauptberuflich in der Erwachsenenbildung pädagogisch Tätige müssen in der Regel über eine gute fachliche Ausbildung verfügen (Universität, Pädagogische Hochschule oder Ausbildungslehrgänge der Erwachsenenbildung), und sie brauchen eine hohe soziale Kompetenz, um mit diversen Problemlagen professionell umgehen zu können.

TrainerInnen müssen mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und/oder auch mit bildungsfernen und von persönlichen Schicksalen demotivierten Menschen arbeiten und diese (wieder) für Ziele begeistern können. Berufserfahrung mit der Zielgruppe der jeweiligen Maßnahme wird daher häufig vorausgesetzt.
Regelmäßige Weiterbildung sowie Reflexion -  und Weiterentwicklung der eigenen Arbeit sind weitere Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige Arbeit.

Das soll honoriert werden! Wir fordern:

Faire Bezahlung!

  • Einstufung in Verwendungsbereich 5 oder höher des Kollektivvertrages für private Bildungseinrichtungen für ArbeitnehmerInnen, die in Maßnahmen TeilnehmerInnen unterrichten, aus- oder weiterbilden, beraten oder betreuen.
  • Anrechnung von vorhandenen einschlägigen Vordienstzeiten!
  • Mindesthonorar für freiberufliche Lehrende von EUR 31.- darf nicht unterschritten werden

Bezahlte Vor- und Nachbereitung

Das ist der Bereich, der bei TrainerInnen derzeit am häufigsten in der "Freizeit" geleistet wird und nicht bezahlt wird. Das muss geändert werden! Das Verhältnis der Vor- und Nachbereitungszeit zur Unterrichtszeit sollte 2:3 nicht unterschreiten, damit die erforderliche Zeit für Unterrichtsplanung, Adaptierung der Arbeitsmaterialien für die jeweiligen TeilnehmerInnen sowie Korrekturarbeiten und Feedbackerstellung vorhanden ist. Diese Arbeiten sind notwendig, wenn Bildungsarbeit diesen Namen verdienen soll!

Und um das klarzustellen: Administration ist natürlich keine Vor- und Nachbereitung!
Wenn TrainerInnen administrative Arbeiten erledigen müssen, so hat das mit Unterrichtsvor- und Nachbereitung nichts zu tun!

Regelmäßige bezahlte Weiterbildung in der Arbeitszeit!
Um professionelle Arbeit leisten zu können sollte Weiterbildung gerade im Bildungsbereich kein Fremdwort sein: Weiterbildung sollte gefordert und gefördert werden. Dazu gehören neben Seminaren und Lehrgängen auch Hospitationen und Unterrichtsreflexion.

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