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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

FAQs und das Wichtigste zu Leiharbeit auf einen Blick!

Entlohnung

Wie werden Zeitarbeitskräfte entlohnt? Kollektivvertrag, Verwendungsgruppe, Mindestgehalt?

  • Das Mindestgrundgehalt richtet sich nach dem Kollektivvertrag.

Welcher Kollektivvertrag kommt zur Anwendung?

  • Für die Zeiten, wo die Zeitarbeitskräfte nicht überlassen sind, gilt für Angestellte der Kollektivvertrag »für Angestellte im Handwerk un Gewerbe, in der Dienstleistung, in Information und Consulting« (Kurz: Allgemeines Gewerbe). Während der Überlassung gilt der jeweilig gültige Kollektivvertrag des Betriebes in dem gearbeitet wird.
  • Das Mindestgrundgehalt im Betrieb, in dem gearbeitet wird, darf allerdings nicht niedriger sein als nach dem Grundgehalt des Kollektivvertrages “Allgemeines Gewerbe”.
  • Für ArbeiterInnen gilt der Kollektivvertrag für “Arbeitskräfteüberlasser”.

Wonach richtet sich die Höhe der Mindestgehälter und Gehaltsanpassungen? Gibt es bei »Stehzeiten« andere Stundensätze?

  • Die Höhe des Mindestgehalts ergibt sich aus der Einstufung und der Verwendungsgruppe im jeweiligen Kollektivvertrag des Betriebes in dem gearbeitet wird.
  • Mindestgehaltserhöhungen, die durch die jährlichen Kollekitvvertragsverhandlungen erzielt werden, gelten auch für Zeitarbeitskräfte.
  • In den Stehzeiten gilt der Kollektivvertrag »Allgemeines Gewerbe«.

Im Betrieb in dem gearbeitet wird, gibt es eine Betriebsvereinbarung, die besagt, dass für Angestellte ein anderer (besser Kollektivvertrag) gilt. Gilt dessen Mindestgehaltstabelle auch für Zeitarbeitskräfte?

  • Nein. Für Zeitarbeitskräfte gelten die Entgelt- und Arbeitszeitbestimmungen des Kollektivvertrags je nach Fachverbandszugehörigkeit des Betriebes in dem gearbeitet wird.

Werden bei der Höhe des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes für Zeitarbeitskräfte auch Überstunden berücksichtigt?

  • Dies hängt vom jeweiligen Kollektivvertrag ab.

Haben Zeitarbeitskräfte Anspruch auf Diäten, Spesen, Schmutz-Erschwernis-, oder Sonderzulagen?

  • Sind Diäten, Spesen und Zulagen im Kollektivvertrag geregelt, so gelten diese auch für die Zeitarbeitskraft. Gibt es betriebliche Regelungen oder Besserstellungen durch Betriebsvereinbarungen, so gelten diese nicht automatisch für Zeitarbeitskräfte.

Müssen Vordienstzeiten auch Zeitarbeitskräften angerechnet werden?

  • Ja, schon bei der Einstufung zu Beginn der Überlassung müssen die Vordienstzeiten angerechnet werden. Gerade hier lohnt sich ein Gespräch mit dem Betriebsrat des Betriebes in dem gearbeitet wird, da die Bestimmungen in den Kollektivverträgen sehr unterschiedlich sind.

Stehen Zeitarbeitskräften auch Prämienzahlungen zu?

  • Prämienzahlungen für Beschäftigte werden meistens in einer Betriebsvereinbarung festgelegt, somit erhalten die Zeitarbeitskräfte diese nicht automatisch. Individuelle Prämienzahlungen sind möglich, in der Praxis aber nicht üblich.

Der Abschluss bei den Kollektivverträgen des Betriebes, in dem gearbeitet wird, enthält eine Einmalzahlung. Bekommen diese Einmalzahlung auch Zeitarbeitskräfte?

  • Natürlich bekommen auch Zeitarbeitskräfte diese Einmalzahlung, da der Kollektivvertrag auch für die überlassenen Arbeitskräfte im Unternehmen gilt. Genaueres muss allerdings im Kollektivvertrag nachgelesen werden (anteilsmäßige Auszahlung, bestimmte Mindestdauer im Betrieb etc).

Arbeitszeit - Urlaub - Freizeit

Welche Arbeitszeit gilt für Zeitarbeitskräfte?

  • Grundsätzlich gilt die kollektivvertragliche Besserstellung durch den Kollektivvertrag des Betriebes in dem gearbeitet wird (z.B. 38,5 Stunden statt 40 Stunden gesetzliche Normalarbeitszeit). Auch mögliche flexible Arbeitszeitmodelle, die sich im Kollektivvertrag finden, gelten für die Zeitarbeitskraft. Betriebsvereinbarungen sind ebenfalls anwendbar. Die wöchentliche Normalarbeitszeit muss im Arbeitsvertrag zwischen Zeitarbeitskraft und ÜberlasserIn festgehalten werden.

Im Kollektivvertrag des Betriebes, in dem gearbeitet wird, gibt es arbeitsfreie Tage. Gelten diese auch für Zeitarbeitskräfte unter Fortzahlung des Entgelts?

  • Ja. Alle Bestimmungen des Kollektivvertrages bezüglich Entlohnung und Arbeitszeit gelten auch für Zeitarbeitskräfte.

Was muss eine Zeitarbeitskraft tun, wenn er/sie Urlaub machen möchte?

  • Der Urlaub muss sowohl mit dem Betrieb abgesprochen werden, als auch mit der Überlassungsfirma vereinbart werden.

Wer ist zuständig für Überstunden, Zeitausgleich und Krankenstandsmeldung?

  • Bei der regelmäßigen Leistung von Überstunden und dem Wunsch Zeitausgleich zu konsumieren, ist auf jeden Fall eine Vereinbarung mit dem Betrieb notwendig, in dem gearbeitet wird. Ob darüber hinaus noch eine Verpflichtung besteht dies der Überlassungsfirma zu melden, wird in der Praxis unterschiedlich gehandhabt. Krankenstandsmeldungen haben auf jeden Fall an den Betrieb und die Überlassungsfirma zu erfolgen.

Betriebsurlaub bzw. vereinbarter Konsum von Zeitausgleich im Betrieb, in dem gearbeitet wird: Was müssen Zeitarbeitskräfte tun?

  • Zeitarbeitkräfte müssen Betreibsurlaube und Zeitausgleich bei der Überlassungsfirma melden.

Sozialleistungen

Gelten die Sozialleistungen auch für Zeitarbeitskräfte (Betriebs-Pensionsvorsorge, Betriebsküche, Freizeitangebote, günstiger Einkaufen, Kinderbetreuungseinrichtung, Betriebsarzt usw.)?

  • Die meisten Sozialleistungen sind in Betriebsvereinbarungen geregelt. Diese sind auch auf Zeitarbeitskräfte anzuwenden.   Sollten   Sozialleistungen   über   den   Betriebsratsfonds   abgewickelt   werden und Zeitarbeitskräfte auch in diesen einzahlen, so gelten diese selbstverständlich auch für Zeitarbeitskräfte. Werden Zeitarbeitskräfte länger als vier Jahre im gleichen Betrieb überlassen, müssen sie auch in betriebliche Pensionsvorsorgekassen und Zusatzversicherungen mit aufgenommen werden.

Pflichten

Welche Pflichten treffen ausschließlich die Überlassungsfirma?

  • Die Überlassungsfirme trifft die Entgeltpflicht nach den jeweiligen gesetzlichen und kollektivvertraglichen Normen. Hier sind vor allem die sozialversicherungsrechtlichen Bestimmungen von Bedeutung. Die Überlassungsfirma muss die Zeitarbeitskraft ordnungsgemäß zur Sozialversicherung anmelden und die Beiträge abführen.
  • Die Überlassungsfirma muss Zeitarbeitskräfte mindestens 14 Tage vor dem Ende des Arbeitseinsatzes über die Beendigung bzw. gleich zu Beginn des Arbeitsverhältnisses über die Art und Dauer des Einsatzes informieren.
  • Seit dem 1.Jänner 2017 hat die Überlassungsfirma (dies gilt auch für nichtösterreichische Personalleasing Unternehmen) die zusätzliche Pflicht in den Sozial- und Weiterbildungsfond (SWF) einzuzahlen.

Welche Pflichten treffen ausschließlich den Betrieb, in dem gearbeitet wird?

  • Die Fürsorgepflicht: Darunter fallen z.B. der Schutz des Eigentums, Persönlichkeitsrechte und ArbeitnehmerInnenschutzbestimmungen.
  • Außerdem für Entgeltansprüche und Sozialversicherungsbeiträge, wenn die Überlassungsfirma diese in der Zeit der Überlassung nicht bezahlt.
  • Mindestgehalt, Zulagen und Zuschläge sind stets getrennt auszuweisen, die Einsatzinformation muss die Einstufung im Kollektivvertrag und die dazugehörigen Anforderungen bzw. nötigen Qualifikationen enthalten.
  • Um bessere Chancen auf eine Übernahme zu gewährleisten, müssen freiwerdende Stellen öffentlich ausgeschrieben werden. Zeitarbeitskräfte dürfen bei der Einstellung in keiner Weise benachteiligt werden.
  • Weiterbildungsmaßnahmen für überlassene Zeitarbeitskräfte gilt es zu unterstützen.
  • Bei diskriminierender Rückstellung steht Zeitarbeitskräften ausdrücklich Schadenersatz und Kränkungsentschädigung zu und eine einstweilige Verfügung gegen die Rückstellung ist möglich. Binnen 14 Tagen kann auch eine nicht - diskriminierende Kündigung, die auf eine diskriminierende Rückstellung zurückgeht, angefochten werden.

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