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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
Beim Wiener Museumsquartier startet die GPA-djp ihre einwöchigen Aktivitäten.
Beim Wiener Museumsquartier startet die GPA-djp ihre einwöchigen Aktivitäten.
Beim Wiener Museumsquartier startet die GPA-djp ihre einwöchigen Aktivitäten.
Viele Unternehmen drängen Betroffene in Praktika-Verhältnisse, die normale Arbeitsverhältnisse wären.
www.watchlist-praktikum.at
Beim Wiener Museumsquartier startet die GPA-djp ihre einwöchigen Aktivitäten.
Viele Unternehmen drängen Betroffene in Praktika-Verhältnisse, die normale Arbeitsverhältnisse wären.
www.watchlist-praktikum.at

Die Karotte vor der Nase? Nicht mit uns!

Öffentliche Aktionen in Wien, um Ausbeutung von PraktikantInnen einzudämmen.

Ohne unbezahltes freiwilliges Praktikum oder unterbezahltes Pflichtpraktikum ist es jungen Menschen kaum mehr möglich, eine Anstellung zu bekommen. Fixanstellungen werden den BerufseinsteigerInnen wie die sprichwörtliche Karotte vor die Nase gehalten, wenn sie sich zuvor als PraktikantInnen beweisen und das immer öfter zu haarsträubenden Bedingungen.

Handlungsbedarf
Den Handlungsbedarf bestätigen mehr als 80.000 Aufrufe, Hunderte von Einträgen mit teilweise sehr konkreten Schilderungen über Missstände und daraus resultierende erste Gerichtsverfahren auf der vor genau einem Jahr gestarteten Watchlist Praktikum. Die Onlineplattform hilft jungen Menschen, ihre Rechte in der Arbeitswelt durchzusetzen.

"Betroffene können ihre Erfahrungen und Daten anonym zur Verfügung stellen, diese werden an die zuständige Gebietskrankenkasse weitergeleitet, um jeden Fall prüfen zu können - der wesentliche Vorteil ist, dass die Betroffenen rückwirkend ihr Gehalt und ihre Versicherungszeiten erhalten, wenn ein normales Arbeitsverhältnis vorliegt", erklärt Veronika Kronberger, zuständig für die Interessengemeinschaft work@flex in der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier).

Aktionen im öffentlichen Raum
Viele der rund 280.000 jungen Menschen, die jährlich in Österreich ein Praktikum absolvieren, starten damit in der Ferienzeit. "Bei uns häufen sich gerade jetzt wieder Anfragen wegen ausbleibender Bezahlung, fehlender Ausbildung oder anderer Probleme, deswegen wollen wir noch stärker für die Thematik Praktikum und Ferienjob sensibilisieren: wir informieren eine Woche lang auf öffentlichen Plätzen in Wien über die Rechte von PraktikantInnen", erklärt Barbara Kasper, Jugendsekretärin der GPA-djp.

Mehr Informationen und Bilder vom Start der Aktion gibt es unter www.watchlist-praktikum.at.

Viele Unternehmen drängen Betroffene in Praktika-Verhältnisse, die normale Arbeitsverhältnisse wären. Arbeitgeber ersparen sich durch unter- oder unbezahlte Pflichtpraktika Steuern und Abgaben, wodurch der Sozialversicherung jährlich rund ein Verlust von rund 69 Millionen Euro entsteht. Alleine das Entgelt, das beispielsweise PflichtpraktikantInnen entgeht, ist mit rund 174 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch. "Bei Praktika geht es ganz offensichtlich immer öfter nicht mehr um Ausbildung, sondern um Umgehung. Eine für die BerufseinsteigerInnen demotivierende Situation, die natürlich Tür und Tor für Missstände öffnet und die wir im Sinne der Betroffenen nicht tatenlos zur Kenntnis nehmen können", fordert Franz Georg Brantner, Vorsitzender der GPA-djp Wien beim Startschuss der Aktion heute im Museumsquartier einmal mehr die Entlohnung von PraktikantInnen nach Kollektivvertrag und die Beweislastumkehr.

"Wenn Lehrpläne Pflichtpraktika vorschreiben, dann müssen auch klare Standards definiert sein, wie diese zu gestalten sind. Das würde nicht nur die Vermittlung von Lerninhalten sondern auch die Einhaltung arbeitsrechtlicher Standards fördern", ergänzt Bettina Zweiler, Frauenvorsitzende der GPA-djp Wien, heute ebenfalls beim Auftakt der Aktion, die bis kommenden Freitag in der Mariahilferstraße, bei der Summerstage, am Donaukanal und vor dem Hauptgebäude der Universität am Ring Station machen wird.

Nicht mit uns!
"Die Karotte vor der Nase? Nicht mit uns! Wir versuchen mit diesem Mix aus Information und Aktion mehr Bewusstsein für diese Problematik zu schaffen und natürlich Betroffene auf ihre Rechte aufmerksam zu machen und auf die Möglichkeiten, die sie haben, um diese einzufordern. Und wir freuen uns auf prominente Gäste wie GPA-djp-Vorsitzenden Wolfgang Katzian, AK-Präsident Rudi Kaske und andere, die uns unterstützen“, so Kronberger und Kasper.

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