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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

FAQs und das Wichtigste zu mehreren Dienstverhältnissen auf einen Blick!

Sozialversicherung

Ab wann gilt die Pflichtversicherung?

  • Ob du pflichtversichert bist oder nicht hängt davon ab, ob deine Gesamteinkünfte die jeweiligen Einkommensgrenzen überschreiten.
  • Wenn du unselbstständig beschäftigt oder FreieR DienstnehmerIn bist und über der Geringfügigkeitsgrenze von 438,05 Euro entlohnt wirst.
  • Wenn du aus selbstständigen Einkommen jährlich mehr als 5.256,60 Euro erwirtschaftest.

Was passiert, wenn ich ein versicherungspflichtiges Dienstverhältnis mit einem weiteren Dienstverhältnis (auch unter der Versicherungsgrenze) kombiniere?

  • Wenn du mehrere Dienstverhältnisse hast, dann werden deine Einkünfte für die Beitragsgrundlage in der Sozialversicherung zusammengerechnet. Du erhältst also von der Krankenkasse eine Vorschreibung über höhere Zahlungen!

Kombination 1:

Du hast eine Teilzeitstelle und zusätzlich geringfügige echte* oder Freie Dienstverhältnisse

  • Wenn du ein versicherungspflichtiges Teilzeit-Dienstverhältnis und zusätzlich geringfügige echte oder Freie Dienstverhältnisse hast, dann bist du durch das versicherungspflichtige echte Dienstverhältnis bereits voll versichert.
  • Du erhältst aber von der Krankenkasse eine Vorschreibung über höhere Zahlungen, da deine anderen geringfügigen Dienstverhältnisse deine Beitragsberechnungsgrundlage erhöhen!
  • Die DienstgeberInnen der geringfügigen Verträge zahlen nur die Unfallversicherungsbeiträge für dich, nicht die Vorschreibungen für die höheren Zahlungen an die Krankenkasse.

Kombination 2:

Du hast Freies Dienstverhältnis über der Geringfügigkeitsgrenze und zusätzlich geringfügig echte* oder Freie Dienstverhältnisse

  • Wenn du ein versicherungspflichtiges Freies Dienstverhältnis und geringfügige echte oder freie Dienstverhältnisse hast, dann bist du durch das versicherungspflichtige Freie Dienstverhältnis Kranken-, Unfall,-Pension und Arbeitslosenversichert.
  • Du erhältst aber von der Krankenkasse eine Vorschreibung über höhere Zahlungen, da deine anderen geringfügigen Dienstverhältnisse deine Beitragsberechnungsgrundlage erhöhen!
  • Die DienstgeberInnen der geringfügigen Verträge zahlen wieder nur die Unfallversicherung für dich.

Kombination 3:

Du hast mehrere geringfügige echte* oder Freie Dienstverhältnisse

  • Wenn du mehrere geringfügige echte oder freie Dienstverhältnisse hast und du mit deinen Dienstverhältnissen insgesamt unter der Geringfügigkeitsgrenze bleibst, dann gelten alle Bestimmungen so, als hättest du nur eine geringfügige Beschäftigung.
  • Kommst du mit dem Entgelt deiner geringfügigen Beschäftigungen insgesamt über die Geringfügigkeitsgrenze von EUR 438,05 pro Monat (Stand 2018), so fällst du in die Pflichtversicherung (Krankheit, Unfall, Pension, Arbeitslosen) und erhältst von der Krankenkasse eine Vorschreibung über deine Beiträge!
  • Die DienstgeberInnen der geringfügigen Verträge zahlen nur die Unfallversicherung für dich.

Kombination 4:

Du hast ein echtes* oder Freies Dienstverhältnis und zusätzlich arbeitest du mit Werkverträgen auf Honorarbasis als NeueR SelbstständigeR

  • Zwischen echten bzw. Freien Dienstverhältnissen und Werkverträgen wird in der Sozialversicherung aufgerechnet!
  • Insgesamt gilt die Höchstbeitragsgrundlage für dich!
  • Bei einer Kombination von mehreren Vertragsverhältnissen erfolgt die Beurteilung der Pflichtversicherung nach mehreren Gesetzen (ASVG für echte und Freie Dienstverhältnisse und GSVG für Werkverträge und Einkünfte auf Honorarbasis)
  • Überschreitet die Summe deiner Beitragsgrundlagen die Höchstbeitragsgrundlage von EUR 71.820,00 jährlich, erhältst du zu viel bezahlte Beiträge im Nachhinein zurück. 
  • Diese Erstattung der Beiträge musst du innerhalb von drei Jahren ab Ende des Beitragsjahres beantragten.
  • Du kannst aber eine „Differenzbeitragsvorschreibung“ auf die Höchstbeitragsgrundlage (Stand 2018: 5.985 Euro) im zweiten Versicherungssystem beantragen!

Was ist die "Differenzbeitragsvorschreibung"?

  • Bei der „Differenzbeitragsvorschreibung“ achten die Krankenkassen bei der Bildung der Beitragsgrundlage darauf, dass die Höchstbeitragsgrundlage insgesamt nicht überschritten wird. 
  • Damit kannst du im Vorhinein verhindern, dass die Höchstbeitragsgrundlage wegen einer Mehrfachversicherung überschritten wird. 
  • Dazu musst du die Nachweise (Gehaltszettel) über die Höhe deiner unselbständigen Einkünfte an die SVA schicken!

Wie werden die Beiträge bei niedriger SVA-Beitragsgrundlage berechnet?

  • Wenn du mehrfach versichert (ASVG und GSVG) bist, kann deine SVA Beitragsgrundlage die vorgesehene GSVG-Mindestbeitragsgrund­lage unterschreiten.
  • Wird zum Beispiel aufgrund der geringen Einkünfte kein Einkommensteuerbescheid erstelllt oder erzielst du einen Verlust aus deiner selbständigen Tätigkeit, dann musst du keine SVA Beiträge zahlen, wenn deine Beitragsgrundlage für die Krankenkasse (ASVG) bereits die GSVG-Mindest­beitragsgrundlage erreicht.
  • Die Höhe der GSVG-Beiträge wird bei Mehrfachversicherten überprüft, sobald die Beitragsgrundlagen aus allen Versicherungen endgültig festgestellt sind. Dabei kann es zur Nach­forderung oder Gutschrift von GSVG-Beiträgen kommen!

Steuer

Ab wann muss ich Steuern bezahlen?

  • Bei selbstständigen (Werkverträge, freie Dienstverträge) und unselbstständigen (echte Dienstverträge) Einkommen, aus selbstständiger Tätigkeit, muss ab EUR 730,– Gewinn  und ab einem Gesamteinkommen von über EUR 12.000,– (Stand 2018) jährlich eine Steuererklärung abgegeben werden.
  • Dabei werden die Einkommen aus selbstständiger und unselbstständiger Arbeit innerhalb eines Jahres zusammengerechnet.
  • Du musst deine Einkommenssteuererklärung bis 30. April des Folgejahres abgeben. Mit der Nutzung von finanz-online kannst du die Einkommensteuererklärung bis zum 30. Juni des Folgejahres machen.
  • Wenn du selbständiges Einkommen von über EUR 30.000,-- im Jahr hast, dann bist du verpflichtet die Umsatzsteuer (auch Mehrwertsteuer genannt) einzuheben.
  • Selbstständig Tätige, die einen steuerlichen Gewinn aus einer Nebentätigkeit beziehen, der zwischen EUR 730,– und EUR 1.460,– liegt, unterliegen einer „Einschleifregelung“. Dabei ist nicht der gesamte Betrag steuerpflichtig, sondern nur der folgendermaßen errechnete Betrag: (Gewinn - EUR 730,–) * 2.

* echtes Dienstverhältnis steht für ein unselbstständiges angemeldetes Arbeitsverhältnis als AngestellteR oder ArbeiterIn

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