Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.

GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

FAQs und das Wichtigste zum Werkvertrag auf einen Blick!

Der Werkvertrag

Wozu verpflichte ich mich, wenn ich einen Werkvertrag unterschreibe?

  • Du gehst ein Zielschuldverhältnis ein, d.h. du schuldest ein Ergebnis.
  • Du verpflichtest dich zur Herstellung eines Werkes oder Produktes bzw. Erbringung einer Dienstleistung gegen Entgelt und haftest auch dafür.
  • Wenn du ein freies Gewerbe ausübst und keine Gewerbeberechtigung besitzt, bist du einE NeueR SelbstständigeR

Was ist der Unterschied zu einem normalen Dienstvertrag?

  • Als AuftragnehmerIn musst du deine eigenen Betriebsmittel verwenden.
  • Die Leistung musst du nicht persönlich erbringen, d.h. du kannst dich vertreten lassen.
  • Das Erfolgsrisiko trägst du als AuftragnehmerIn.
  • Du unterliegst keinerlei Weisungsgebundenheit.

Rechtliche Grundlage: Allgemein Bürgerliches Gesetzbuch (ABGB)

Sozialversicherung

Gilt die Pflichtversicherung auch für Neue Selbstständige?

  • DeinE AuftraggeberIn hat keine Beitragspflicht und keine Meldepflicht zur Sozialversicherung, aber du bist selbst dafür verantwortlich, dich bei der Gewerblichen Sozialversicherungsanstalt (SVA) zu melden! Wenn du nicht innerhalb von 8 Wochen ab Ausstellung des maßgeblichen Einkommensteuerbescheides das Überschreiten der Versicherungsgrenze meldest, drohen Nachzahlungen und Strafzuschläge in der Höhe von 9,38 Prozent der Beitragsgrundlage.

Wann muss ich mich bei der SVA selbst versichern?

  • Wenn du ausschließlich Einkünfte aus Tätigkeiten als „NeueR SelbständigeR“ hast, dann musst du pflichtversichern, wenn du jährlich mehr als Euro 5.256,60 steuerlichen Gewinn erwirtschaftest.
  • Dieser errechnet sich folgendermaßen: du rechnest das steuerpflichtige Einkommen (Einnahmen minus Ausgaben) plus Hinzurechnungen (gemäß § 25, Abs. 2 GSVG), diese sind vor allem bezahlte Kranken- und Pensionsversicherungsbeiträge. Unter dieser Grenze besteht keine Sozialversicherungspflicht.

Wie hoch sind die Beiträge für die SVA?

  • Die monatlichen Beiträge liegen bei mindestens:

EUR 81,04

für die Pensionsversicherung

EUR 33,51

für die Krankenversicherung

EUR 9,60

für die Unfallversicherung

EUR 6,70

für die Selbständigenvorsorge

Die vorläufigen Beiträge werden auf Basis deines tatsächlich erzielten Einkommens bis zu drei Jahre im Nachhinein endgültig berichtigt. Es kommt daher zu Nachzahlungen oder Guthaben von Beiträgen!

  • Die monatlichen Beiträge liegen bei maximal:

EUR 1.107,23

für die Pensionsversicherung

EUR 457,86

für die Krankenversicherung

EUR 9,60

für die Unfallversicherung

EUR 91,57

für die Selbständigenvorsorge

  • Der Beiträge in der Pensionsversicherung betragen 18,50 Prozent, in der Krankenversicherung 7,65 Prozent des Bruttogehaltes. Die Unfallversicherungsbeiträge sind unabhängig vom Einkommen und betragen im Monat Euro 9,60 bzw. pro Jahr Euro 115,20 (Stand 2018).

Bin ich auch gegen Arbeitslosigkeit versichert?

  • Du bist nicht arbeitslosenversichert, kannst aber freiwillig in die Arbeitslosenversicherung einbezahlen!
  • Es besteht die Wahl zwischen drei fixen monatlichen Beitragsgrundlagen (ein Viertel, die Hälfte oder drei Viertel der GSVG-Höchstbeitragsgrundlage). Die Beitragsgrundlage muss bei Eintritt in die Arbeitslosenversicherung gewählt werden und gilt für den gesamten Zeitraum der Arbeitslosenversicherung.
  • Je nach gewählter Beitragsgrundlage sind daher pro Monat folgende Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zu bezahlen (Werte 2018)

Tägliches Arbeitslosengeld in Euro



Monatsbeitrag in Euro

 

24,06

89,78

38,32

179,55

52,98

269,33

Die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft nimmt die Anträge auf Arbeitslosenversicherung entgegen. Ein etwaiger Antrag auf Arbeitslosengeld ist beim AMS zu stellen.

Rechtliche Grundlage: Gewerbliches Sozialversicherungsgesetz (GSVG)

Steuer

  • Freie Dienstverträge, Werkverträge und Einkommen aus Gewerbeschein werden steuerlich wie betriebliches Einkommen behandelt.

Ab wann muss ich Steuern bezahlen?

  • Ab einem steuerlichen Gewinn von Euro 11.000,- (Stand 2018) pro Kalenderjahr musst du eine Einkommensteuererklärung abgeben. Dann beginnt die Steuerpflicht.
  • Die Einkommensteuererklärung musst du bis 30. April des Folgejahres abgeben, per Internet mit Nutzung von finanz-online kannst du sie bis zum 30. Juni des Folgejahres durchführen.
  • Einnahmen, die du als FreieR DienstnehmerIn oder NeueR SelbstständigeR erzielst, sind umsatzsteuerpflichtig. Allerdings kannst du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, wenn dein jährlicher Umsatz unter Euro 30.000,- liegt.

Wie hoch sind die Steuersätze?

EUR 11.000,– und darunter

0%

EUR 11.000,– bis 18.000,–

25%

EUR 18.000,- bis 31.000,–

35%

EUR 31.000,- bis 60.000,–

42%

EUR 60.000,– bis 90.000,–

48%

EUR 90.000,- bis 1 Mio.

50%

über 1 Mio.

55% (befristet)

Rechtliche Grundlagen: Einkommensteuergesetz (EstG), Umsatzsteuergesetz (UStG)

Artikel weiterempfehlen