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Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Thema Arbeitszeit: Sonntag frei - Zeitwohlstand bewahren!

Thema Arbeitszeit: Sonntag frei - Zeitwohlstand bewahren!

Gastbeitrag von Philipp Kuhlmann, Sprecher der Wiener Sonntagsallianz und work@professional Mitglied

Mediziner, wie der Chronomediziner Max Moser (Medizinische Universität Graz) und Soziologen, wie Hartmut Rosa (Friedrich-Schiller-Universität Jena) betonen die Bedeutung regelmäßiger Erholungszeiten. Die Ausweitung der Sonntagsarbeit in gesellschaftlich nicht notwendige Bereiche bedeutet einen gravierenden Einschnitt in das Gefüge der Gesellschaft, die dadurch an Lebensqualität erheblich verliert.

Sonntag frei – Zeitwohlstand bewahren!

Der arbeitsfreie Sonntag hat wegen seiner Funktion als kollektiver freier Tag eine besondere Bedeutung (neben der historischen und religiösen). Als gemeinsamer freier Tag für viele Menschen ermöglicht er soziale Kontakte, ehrenamtliches Engagement, Entwicklungsmöglichkeiten und ist eine Zeit, in der man nichts muss. Zweckfreie Zeit, die keinen materiellen und wirtschaftlichen Kriterien genügen muss – einfach Zeitwohlstand.

In Österreich arbeiten 27,6 % der Erwerbstätigen gelegentlich sonntags, 14,3 % tun dies regelmäßig. Besonders betroffen sind naturgemäß die Bereiche öffentliche Sicherheit, Verkehr, Gesundheitswesen, Landwirtschaft, Wasser-/Energieversorgung und Dienstleistungsbetriebe. Zum Beispiel in Großbritannien haben nur ca. die Hälfte der Erwerbstätigen jeden Sonntag frei.

Die gesamte Gesellschaft und viele Vereine und Institutionen würden darunter leiden, wenn der Sonntag nicht mehr für viele ein freier Tag ist. Die Mitgliedschaft des Österreichischen Alpenvereins oder des Blasmusikverbandes bei der Allianz für den freien Sonntag (als Beispiele) unterstreichen das.

Menschen mit freiem Sonntag geht es besser!

Regelmäßige, verlässliche Auszeit leistet wichtigen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge.Laut einer EU-Erhebung ist die Wahrscheinlichkeit von Krankheits- und Abwesenheitsproblemen in Unternehmen, wo sonntags gearbeitet wird, um 1,3 Mal höher als in Unternehmen ohne Sonntagsarbeit (EUROFOUND, 2007). Eine EU-Studie stellt des Weiteren fest, dass die psychische Gesundheit des Menschen durch Maßnahmen betroffen wird, die sich auf das Familienleben auswirken, diese beinhalten: Soziale Beziehungen aufzubauen und zu pflegen und sich spirituell zu entwickeln (EU-Generaldirektion SANCO, 2008). Der Sonntag bietet durch das kollektive Ruhegebot mehr als jeder Tag in der Woche die Voraussetzungen dafür, dass „der Einzelne seine Fähigkeiten ausschöpfen kann und imstande ist, etwas zur Gemeinschaft beizutragen.“

Laut Weltgesundheitsorganisation, WHO, und EU-Kommission beinhaltet der Gesundheitsbegriff auch das psychische Wohlbefinden des Menschen sowie seine Fähigkeit, soziale Beziehungen zu pflegen und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Auch die Fähigkeit zu spiritueller Entwicklung ist in den Begriff der geistigen Gesundheit einbezogen.

„Vor dem Hintergrund einer stetigen Flexibilisierung und Intensivierung der Arbeitszeit gewinnt der freie Sonntag zunehmend an Bedeutung“, so Allianz-Sprecher Franz Georg Brantner (GPA-djp). „Bei jeglichen Maßnahmen, die das Gesundheitssystem betreffen, ist ein Augenmerk auf die präventiven Maßnahmen, also insbesondere auch auf die kollektiven Ruhezeiten zu legen.“

Mediziner, wie der Chronomediziner Max Moser (Medizinische Universität Graz) und Soziologen, wie Hartmut Rosa (Friedrich-Schiller-Universität Jena) betonen die Bedeutung regelmäßiger Erholungszeiten. Die Ausweitung der Sonntagsarbeit in gesellschaftlich nicht notwendige Bereiche bedeutet einen gravierenden Einschnitt in das Gefüge der Gesellschaft, die dadurch an Lebensqualität erheblich verliert.

Weitere Informationen zu dem Thema gibt es im Internet unter www.freiersonntag.at

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