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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

ÖH/GPA-djp-Umfrage beweist: Studieren ist ohne Arbeit kaum leistbar

Immer mehr Studierende müssen sich ihr Studium im wahrsten Sinne des Wortes erarbeiten, das bestätigt eine Umfrage der Österreichischen Hochschüler_innenschaft und der Jugend der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), an der sich rund 6500 Betroffene beteiligten: 84 Prozent der Befragten gehen einer regelmäßigen Beschäftigung nach, damit ist der Anteil seit dem letzten Bericht zur sozialen Lage der Studierenden weiter gestiegen. Aus der Tatsache, dass 65 Prozent der Befragten angeben, dass ihre Arbeit nur teilweise oder gar nicht zu ihrer Studienrichtung passt, lässt sich erkennen, dass Arbeit und Nebenjobs in erster Linie der Finanzierung des Lebensunterhalts dienen. Beim Arbeitsausmaß zeigt sich, dass jeweils rund ein Drittel der Studierenden bis zu 10 Stunden wöchentlich (32,72 Prozent) beziehungsweise mehr als 20 Stunden wöchentlich (30,89 Prozent) arbeiten, erklärte Studienautor Martin Hajek bei der Präsentation der Studie: „Außerdem bestätigt sich, dass das Arbeitsausmaß mit zunehmendem Studienfortschritt steigt.“

„Für uns überraschend ist die Tatsache, dass immerhin 63,95 Prozent aller Befragten angeben, dass ihre Arbeit in einem Dienstvertrag geregelt ist“, erklärt GPA-djp-Jugendsekretärin Barbara Kasper. „Das ist durchaus erfreulich. Andererseits geben aber nur 52,53% an, dass sie einem Kollektivvertrag unterliegen, obwohl jedes echte Dienstverhältnis einem Kollektivvertrag unterliegt", weist Kasper auf ein offensichtliches Informationsdefizit über arbeitsrechtliche Bestimmungen unter Studierenden hin.

Auf Unterstützung angewiesen
Obwohl 84 Prozent der Studierenden arbeiten, können 59 Prozent ihren Lebensunterhalt nicht alleine finanzieren: "Mit rund 47 Prozent ist die Hälfte der Befragten auf Unterstützung der Eltern und mit rund 31 Prozent rund ein Drittel auf Beihilfen angewiesen. Außerdem wissen 9% der arbeitenden Studierenden nicht, in welchem Arbeitsverhältnis sie sich befinden. Hier braucht es Aufklärung und die Regierung sollte es ein Beispiel am Vertragscheck der ÖH und der GPA-djp nehmen", fordert Julia Freidl vom ÖH Vorsitzteam.

Gefordert wird aber nicht nur eine Reform der Studienbeihilfe, die Verantwortung für faire Rahmenbedingungen und Arbeitseinkommen liege natürlich auch bei den Arbeitgeber_innen, betont GPA-djp-Bundesjugendsekretär Helmut Gotthartsleitner: „Es braucht sozusagen eine Aktion scharf des Arbeitsinspektorates und der Gebietskrankenkassen zur Kontrolle der Unternehmen. Dabei sollen insbesondere die Beschäftigungsverhältnisse der Studierenden – egal ob echtes Dienstverhältnis, freier Dienstvertrag oder Werkvertrag – überprüft werden um somit die Umgehung von gültigem Recht (Entlohnung, Vertragsform etc.) aufzudecken.“

Forderungen
Die Forderungen der ÖH und der GPA-djp-Jugend noch einmal zusammengefasst:

1. Reform der Studienbeihilfe und Erhöhung der sozialen Absicherung von Studierenden: Seit dem letzten Bericht der sozialen Lage von Studierenden hat sich der Bezug von Stipendien weiter verringert. Immer mehr Studierende sind also offensichtlich darauf angewiesen, neben dem Studium zu arbeiten und in den meisten Fällen hat der Nebenjob keinen oder nur wenig Bezug zur Studienrichtung.

2. Nur 8 Prozent der Studierenden wohnen in Studierendenwohnheimen - der studentische Wohnraum muss leistbar werden! Es braucht eine Offensive zur Schaffung von studentischem Wohnraum statt der Kürzung von Förderungen.

3. Sowohl Schulen als auch Hochschulen müssen auf die Arbeitsrealität der Studierenden Rücksicht nehmen und diese auf die Berufstätigkeit vorbereiten. Es braucht also eine in den Lehrplänen verankerte arbeitsrechtliche Vorbereitung der SchülerInnen und der Studierenden.

4. In Bezug auf die Arbeitsverträge von geringfügig Beschäftigten fordern wir Transparenz hinsichtlich des Stundenausmaßes. Jede/r geringfügig Beschäftigte muss wissen, wie viele Stunden durch die Geringfügigkeitsgrenze in der jeweiligen Branche abgedeckt sind.

5. „Aktion scharf“ des Arbeitsinspektorates und der Gebietskrankenkasse zur Kontrolle der Unternehmen: die Beschäftigungsverhältnisse der Studierenden – egal ob echtes Dienstverhältnis, freier Dienstvertrag oder Werkvertrag – sollen überprüft werden.

Alle Ergebnisse der Studie und die detaillierten Forderungen sind unter http://www.oeh.ac.at/blog/praesentation-der-studie-studieren-und-arbeiten/ abrufbar.

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