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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
www.watchlist-praktikum.at

Watchlist Praktikum: Jetzt mit Vertragscheck gegen das "Geschäftsmodell" Praktikum

Betroffene bekommen nicht nur am Tag des Praktikums Unterstützung

"Uns wäre es lieber, wenn die Watchlist Praktikum weniger erfolgreich wäre: im ersten Dreivierteljahr registrieren wir auf der Onlineplattform bereits deutlich mehr als 65.000 Klicks. Mehr als 200 konkrete Fälle Betroffener, die deutlich unterbezahlt oder zum Nulltarif als "PraktikantInnen" arbeiten, haben wir an die jeweilige Gebietskrankenkasse weitergeleitet und die Zahl der Fälle, in denen wir Rechtshilfe leisten, ist ebenso im Steigen begriffen. Es gibt daher noch genügend Handlungsbedarf, bis es die unerträglichen Umgehungsverträge für junge BerufseinsteigerInnen nicht mehr gibt", kommentiert Wolfgang Katzian, Vorsitzender der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) am heutigen Europäischen Tag des Praktikums: "Es gibt keine schwarzen Schafe unter den Unternehmen, sondern eine nach wie vor nicht zu unterschätzende schwarze Herde von Betrieben, die PraktikantInnen unfaire Arbeitsverträge anbieten. Junge Menschen, deren Lehr- oder Studienplan Praktika vorschreibt, sind dann diesem Geschäftsmodell Praktikum ausgeliefert, um ihre Ausbildung abschließen zu können."

Vertragscheck und Mustervertrag

Die GPA-djp baut daher ihre Unterstützung weiter aus. "Ab sofort bieten wir auch PraktikantInnen den Vertragscheck an“, kündigt Veronika Kronberger, Vorsitzende der Plattform Generation Praktikum, in der GPA-djp zuständig für die Interessengemeinschaft work@flex, an. Ein dem Arbeits- und Sozialrecht entsprechender Muster-Praktikumsvertrag wird ohnehin unter www.watchlist-praktikum.at zum Download angeboten, wer mit der GPA-djp in Kontakt tritt, kann jetzt auch Termine für den Check seines bereits unterzeichneten Praktikums-Vertrags vereinbaren, so Kronberger: "Wegen der vielen Inserate mit unzumutbaren, illegalen Arbeitsbedingungen und Entlohnungsmodalitäten, die uns aktuell gemeldet werden, müssen wir davon ausgehen, dass hier weiterer Handlungsbedarf besteht und wir werden unsere Aktivitäten nächstens im Sinne von Anzeigen und Klagen nach dem Lohn und Sozialdumpinggesetz ausweiten".

Entlohnung nach Kollektivvertrag und definierte Lehrinhalte gefordert

Die Forderungen der GPA-djp bleiben natürlich aufrecht: Die Entlohnung von PraktikantInnen muss nach Kollektivvertrag erfolgen. Die Lehrinhalte von Praktika müssen in den Hochschullehrplänen definiert werden und es braucht eine Beweislastumkehr, Unternehmen müssen erklären, wie sie BerufseinsteigerInnen ausbilden. "Den Betroffenen hilft es aber nicht,  wenn aus tagespolitischen Überlegungen gebetsmühlenartig Dinge eingefordert werden, die ohnehin gesetzlich oder kollektivvertraglich geregelt sind", so Katzian und Kronberger abschließend: "Natürlich ist bereits in zahlreichen Kollektivverträgen geregelt, wie ein Praktikum zu bezahlen ist, viele Unternehmen halten sich einfach nicht daran. Wir schauen darauf, dass diese Vereinbarungen bei den Betroffenen ankommen – nicht nur mit einer Presseaussendung am Tag des Europäischen Praktikums, sondern 365 Tage im Jahr!"

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