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In Zeiten von Corona ist für Beschäftigte beim Auslandsurlaub Vorsicht geboten!
Symbolbild Urlaub In Zeiten von Corona ist für Beschäftigte beim Auslandsurlaub Vorsicht geboten!

AKTUALISIERTER Faktencheck: Auslandsurlaub in Corona-Zeiten

Wir haben die wichtigsten Fakten gesammelt, die man wissen muss, um in Corona-Zeiten beruhigt in die Urlaubsplanung zu starten.
 
 
Kann der Arbeitgeber seinen Beschäftigten verbieten, Urlaub im Ausland zu machen?
 
Nein. 
 
 
Müssen Beschäftigte ihren Arbeitgeber über einen Auslandsurlaub informieren?
 
Grundsätzlich sind ArbeitnehmerInnen nicht verpflichtet, dem Arbeitgeber zu sagen, wo sie ihren Urlaub verbringen.
 
Lediglich bei einer Urlaubsreise in Regionen/Länder mit Reisewarnung (Warnstufen 5 und 6) wird im Rahmen der sogenannten Treuepflicht eine allgemeine Auskunftspflicht darüber anzunehmen sein, dass man in einer Region/einem Staat mit Reisewarnung war. 
 
 
Was sollte vor einem Urlaub im Ausland geprüft werden?
 
Die meisten Grenzen innerhalb der EU sind geöffnet, es herrscht „Reisefreiheit“. Für einige Regionen/Staaten liegt allerdings eine Reisewarnung vor.
 
Die Reisewarnungen (Stufe 5 und 6) finden sich tagesaktuell  auf der Homepage des Außenministeriums.
 
Von einem Urlaub in einer Region/einem Staat mit Reisewarnung ist dringend abzuraten.
 
Bei Urlaub im Ausland sollte geprüft werden, ob eine Reisewarnung vorliegt, der Grenzübertritt erlaubt ist, im Urlaubsland keine Quarantäne droht, im Urlaubsland der Grenzübertritt nach Österreich erlaubt ist und in Österreich bei der Rückkehr keine Quarantäne droht. Wichtig ist: all das sollte bei Reiseantritt auch dokumentiert werden (für allfällige Konsequenzen).
 
 
Was ist am Urlaubsort zu beachten?
 
Wichtig ist, dass am Urlaubsort alle dort mit COVID-19 zusammenhängenden Sicherheitsmaßnahmen befolgt werden.
 
Geschieht dies nicht, ist von einem fahrlässigen Verhalten auszugehen, das arbeitsrechtliche Konsequenzen haben kann.  
 
 
Was gilt bei Rückkehr aus Regionen/Staaten, für die keine Reisewarnung besteht?
 
In solchen Regionen/Staaten gilt derzeit im Regelfall die Sicherheitsstufe 4 (hohes Sicherheitsrisiko in einem Land; "von nicht unbedingt notwendigen Reisen in das Land wird abgeraten").
 
Für österreichische StaatsbürgerInnen, EU/EWR-BürgerInnen und Schweizer BürgerInnen, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich oder einem dieser Staaten haben, bestehen keine Einreisebeschränkungen, sofern sie glaubhaft machen können, dass sie während der letzten 10 Tage in keinem Staat mit Reisewarnung waren.
 
Diese Voraussetzungen werden bei UrlaubsrückkehrerInnen im Regelfall vorliegen.
 
Liegen sie nicht vor, ist bei der Einreise ein ärztliches Zeugnis (molekularbiologische Test auf SARS-CoV-2, negativ) vorzuweisen; der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein.
 
Liegt der Test nicht vor, muss man sich 10 Tage lang in Quarantäne begeben (die Quarantäne kann beendet werden, wenn der Test nachgeholt wurde und negativ ist).
 
Für eine solche Quarantäne gilt der Entgeltanspruch nach dem EpidemieG nicht. 
 
Im Falle einer Erkrankung mit COVID-19 hat die Arbeitsministerin am 25.6.2020 klargestellt, dass ArbeitnehmerInnen, die in einem dieser Länder oder in Österreich Urlaub machen, nicht befürchten müssen, um ihre Entgeltfortzahlung im Krankenstand umzufallen. Die Erkrankung ist auch kein Entlassungsgrund.
 
Voraussetzung dafür ist, die ArbeitnehmerInnen halten sich am Urlaubsort an alle COVID-19-Schutzmaßnahmen, verhalten sich also verantwortungsbewusst und nicht fahrlässig.
 
 
Was gilt bei Rückkehr aus Regionen/Staaten, für die eine Reisewarnung besteht?
 
Bei der Einreise ist ein ärztliches Zeugnis (molekularbiologische Test auf SARS-CoV-2, negativ) vorzuweisen. Der Test darf nicht länger als 72 Stunden zurückliegen.
 
Liegt der Test nicht vor, muss man sich 10 Tage lang in Quarantäne begeben und ist verpflichtet, binnen 48 Stunden einen molekularbiologischen Test auf SARS-CoV-2 zu veranlassen, dessen Kosten man selbst zu tragen hat. Wenn der Test negativ ist, darf die Quarantäne beendet werden.
 
Für eine solche Quarantäne gilt der Entgeltanspruch nach dem EpidemieG nicht. 
 
Dasselbe gilt, wenn die Reisewarnung erst während des Urlaubs verhängt wird.
 
 
Wird in Regionen/Ländern, für die eine Reisewarnung gilt, Urlaub gemacht, ist von grober Fahrlässigkeit auszugehen und es besteht während eines allfälligen COVID-19-Krankenstandes kein Entgeltanspruch.
 
Das gilt nicht, wenn die Reisewarnung erst während des Urlaubs verhängt wird.
 
 
Was gilt bei Urlaub in Österreich?
 
Sollte man am Urlaubsort in Kontakt mit COVID-19-positiven Personen kommen und sich aufgrund behördlicher Anordnung in Quarantäne begeben müssen, besteht Entgeltanspruch aufgrund des Epidemiegesetzes (der Arbeitgeber erhält das ausbezahlte Entgelt ersetzt).
 
ACHTUNG: Wird während der Quarantäne im Homeoffice gearbeitet, liegt keine Dienstverhinderung vor. Der Arbeitgeber hat das Entgelt zu bezahlen (ohne Ersatzanspruch). 
 
Erkrankt man an COVID-19, gebührt während des Krankenstandes Entgeltfortzahlung.
 
Auch hier wird verantwortungsbewusstes Verhalten am Urlaubsort vorausgesetzt.
 
 

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