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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Douglas verhindert die Gründung eines Betriebsrats

Hotline für Beschäftigte 0676 817 111 011
***Update*** Die Douglas-Geschäftsführung hat die Verhandlungen mit der GPA-djp abgebrochen. Sie ist nicht bereit, die Betriebsratsgründung zu unterstützen. Außerdem werden die Kolleginnen, die gekündigt worden sind, nachdem sie einen Betriebsrat gründen wollten, nicht mehr eingestellt. Die GPA-djp kämpft weiter. 
 
Schönes Aussehen versprechen die Produkte der Beautykette Douglas ihren Kundinnen. Alles andere als schön sind jedoch die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten: Taschenkontrollen und eine verhinderte Betriebsratsgründung stellen dem Management kein schönes Zeugnis aus.
 
Sabrina E. versteht die Welt nicht mehr. Vor etwa einem Jahr wurde sie von einer anderen Drogeriemarktkette für Douglas abgeworben. Seither hat sie gerne und mit Freude für Douglas gearbeitet. Sie wurde für ihr Engagement und ihre hohen Verkaufszahlen von der Geschäftsleitung mehrfach gelobt. Als sie sich im Frühsommer dieses Jahres gemeinsam mit anderen KollegInnen zusammentat, um einen Betriebsrat zu gründen, war plötzlich alles anders. „Am 24. August wurden wir von der Gebietsleitung ins Büro gerufen. Es wurde uns gesagt, dass wir Unruhe verbreiten, wir wurden gekündigt und noch am selben Tag dienstfrei gestellt.“
 
Wegen "Unruhestiftung" gekündigt 
 
Emilija S. war ebenfalls von einem Konkurrenzunternehmen mit dem Versprechen eines Filialleiterpostens für Douglas abgeworben worden. Auch mit ihrer Arbeitsleistung war die Geschäftsleitung immer zufrieden. Als sie sich aufgrund bedenklicher Vorkommnisse, wie Taschenkontrollen, Spindkontrollen mit Zentralschlüssel in Abwesenheit der MitarbeiterInnen und einer generell schlechten Stimmung unter den MitarbeiterInnen entschloss, sich gemeinsam mit Sabrina E. in einem Betriebsrat zu engagieren, wurde auch sie „wegen Unruhestiftung“ gekündigt und sofort dienstfreigestellt.
 
Sabrina E. und Emilija S. können den Vorwurf der Unruhestiftung nicht nachvollziehen. „Wir wollten uns konstruktiv mit Vorschlägen zur Verbesserung des Betriebsklimas einbringen und Kolleginnen und Kollegen unterstützen, die sich von Vorgesetzten ungerecht behandelt fühlen“, erzählen sie.
 
Gekündigt und mit sofortiger Wirkung freigestellt
 
Gemeinsam mit 2 weiteren KollegInnen hatten Sabrina E. und Emilija S. Kontakt mit der GPA-djp aufgenommen, wo Vorbereitungen für die Betriebsratswahl getroffen wurden. Während der Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten für diese Wahl erfuhr die Führungsebene von Douglas von den Bestrebungen, einen Betriebsrat zu gründen. Nach sogenannten „Motivationsgesprächen“ wurden alle vier Mitarbeiterinnen gekündigt und mit sofortiger Wirkung vom Dienst freigestellt.
 
„Betriebliche Mitbestimmung ist ein wichtiger Teil unsere Kultur. Vor 100 Jahren wurde das Recht, einen Betriebsrat zu gründen, gesetzlich verankert und wir werden uns sicher nicht gefallen lassen, dass dieses Recht immer wieder von einzelnen Unternehmen in Frage gestellt wird“, versichert Barbara Teiber, Bundesvorsitzende der GPA-djp. „Wenn es um die Recht der Beschäftigten geht, kennen wir kein Pardon. Wir fordern das Unternehmen auf, die Kündigungen zurückzunehmen und haben gestern schon die entsprechenden Klagen eingebracht.“
 
Auch Sabrina E. und Emilija S. wollen sich nicht geschlagen geben. Sie wollen weiter bei Douglas arbeiten und sich als Betriebsrätinnen für die KollegInnen einsetzen. „Wir sind sehr stolz, ein Teil der Gewerkschaft zu sein“, versichern sie.
 
Unterstützung für Douglas-Beschäftigte
 
Die GPA-djp wird sich in den nächsten Tagen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Douglas wenden und sie sowohl im persönlichen Gespräch als auch per Brief kontaktieren und über die Situation und über die Möglichkeit einer Betriebsratsgründung informieren. Außerdem wurde eine Hotline eingerichtet, an die sich Betroffene auch anonym wenden können.
 
Zum Unternehmen:
 
Douglas ist eine international tätige Parfümerie-Filialkette und ist mit mehr als 2.400 Parfümerien in 21 Ländern und einem Umsatz von rund 3,3 Milliarden Euro (Geschäftsjahr 2017/18) Marktführer in Europa.

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