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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
Ilse Fetik, Frauenvorsitzende der GPA-djp

GPA-djp ad Agenda Austria: Mindestlohn-Diskussion bitte ExpertInnen überlassen!

Studie vermischt Kraut und Rüben – höherer Mindestlohn kostet keinen einzigen Arbeitsplatz im Handel

"Die Erhöhung des Mindestlohns ist bei den Verhandlungsteams der Sozialpartner in profunden Händen, in diesem Sinne sind Zurufe von außen entbehrlich, vor allem wenn sie auf nicht nachvollziehbaren Studien basieren. Ein Mindestlohn von 1500 Euro kostet keinen einzigen Arbeitsplatz im Handel", kommentiert Karl Dürtscher, stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) einen aktuellen Bericht. Die Agenda Austria kommt zu der Schlussfolgerung, dass die geplante Anhebung des Mindestlohns auf 1500 Euro brutto für Vollzeitbeschäftigte negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hätte, wovon vor allem das Gewerbe und der Handel betroffen. "Das Gegenteil ist der Fall: höhere Einkommen kurbeln nicht nur die Kaufkraft an, sondern auch die Motivation der Beschäftigten, wovon natürlich auch Unternehmen und der Arbeitsmarkt profitieren." Davon abgesehen hätten die Studienautoren ganz offensichtlich Kraut und Rüben vermischt, so Dürtscher weiter: "Ihre Rechnungen sind nicht nachvollziehbar. Im Handel gibt es nur eine einzige Verwendungsgruppe, in der das Mindestgehalt unter 1500 Euro liegt, davon sind fast ausschließlich PraktikantInnen betroffen."

Diskussion ExpertInnen überlassen

Dieses Dumping des Mindestlohns gehe in erster Linie zu Lasten von Teilzeitkräften. "Gerade im Handel arbeitet fast jede zweite Frau Teilzeit, viele gegen ihren Willen", schüttelt Ilse Fetik, Frauenvorsitzende der GPA-djp, den Kopf über die Argumentation der Agenda Austria: "Bei diesem Ausmaß an Teilzeitbeschäftigung würde die Erhöhung des Mindestlohns vielmehr den Druck verringern, in die Armutsfalle zu geraten und Zuschüsse aus der Mindestsicherung beantragen zu müssen." Gerade der Handel würde von der Erhöhung des Mindestlohns doppelt profitieren, weil das zusätzliche Geld in den Konsum fließe, so Fetik abschließend: "In diesem Sinne ist es kein Zufall, dass auch die Vertreter der Arbeitgeber im Handel die 1500 Euro im Handel ausdrücklich begrüßt haben. Die Diskussion über den Mindestlohn also bitte den ExpertInnen überlassen!"

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