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GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
35-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich
Die Gewerkschaften fordern die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich im Kollektivvertrag zu verankern. 35-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich

Gesundheit und Soziales: Kollektivvertragsverhandlungen Sozialwirtschaft Österreich gestartet

GPA-djp und vida fordern deutliche Erhöhung der Realeinkommen und Arbeitszeitverkürzung

Beim Start der Kollektivvertragsverhandlungen für mehr als 100.000 Beschäftigte im privaten Gesundheits- und Sozialbereich (SWÖ) am 23. November 2016 forderten die Gewerkschaften GPA-djp und vida eine deutliche Erhöhung der Reallöhne und -gehälter und die Verankerung der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich im Kollektivvertrag.

Forderungen der ArbeitnehmerInnen

Erhöhung der KV- und Ist-Gehälter/-Löhne und Zulagen sowie Lehrlingsentschädigungen
Wir fordern eine deutliche Erhöhung der Realeinkommen unter der Berücksichtigung der Inflationsrate!

Arbeitszeitverkürzung jetzt!
"Im Gesundheitsbereich, wo die Krankenstandsquoten aufgrund verschiedener Belastungsfaktoren höher sind als in anderen Branchen, haben kürzere Arbeitszeiten einen positiven Effekt auf die Gesundheit der Beschäftigten und damit auf die Fehlzeiten. Die physischen und psychischen Belastungen sinken und die Beschäftigten bleiben gesünder und leistungsfähiger. Das bedeutet, dass auch bei vollem Lohn- und Personalausgleich die Kosten nicht einfach 1:1 steigen würden", erklärt der stv. Geschäftsbereichsleiter der GPA-djp, Reinhard Bödenauer.

74 Prozent der Männer aber nur 33 Prozent der Frauen im Gesundheits- und Sozialbereich arbeiten Vollzeit. Durch die Verkürzung der Vollzeit wird die Arbeit umverteilt und Teilzeitbeschäftigte, die länger arbeiten wollen, können ihre Arbeitszeit aufstocken. „Was nicht passieren darf, ist, dass dieselbe Anzahl von Beschäftigten in kürzerer Zeit dieselbe Arbeit erledigt und es so zu einer weiteren Arbeitsverdichtung kommt. Denn schon jetzt ist der Arbeitsdruck in diesem Bereich sehr hoch“, ergänzt Michaela Guglberger, vida-Fachbereichssekretärin für Soziale Dienste.

GuKG-Novelle im Kollektivvertrag verankern

Wichtig für die heurigen KV-Verhandlungen ist, dass sich die erweiterten Kompetenzen, die sich durch die Novelle des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes (GuKG-Novelle 2016) für die Berufsgruppen PflegeassistentInnen, PflegefachassistentInnen, Diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerIn und für FachsozialbetreuerInnen und für Dipl. SozialbetreuerInnen ergeben, auch in der Bezahlung niederschlagen müssen.

Weitere Forderungen

Geteilte Dienste wirken sich belastend auf die Arbeitssituation aus, deshalb sollen die Nachteile, die durch geteilte Dienste entstehen kompensiert werden. Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern, soll die Familienzeit im Kollektivvertrag verankert werden und die Anschlusskarenz soll als Dienstzeit gelten. Bei den Zulagen soll es Verbesserungen geben und die Zuschläge sollen für die Berechnung der Sonderzahlungen herangezogen werden. In Zukunft soll es einen Rechtsanspruch auf Altersteilzeit geben und der erste Schultag des Kindes soll unter Fortzahlung des Entgeltes frei sein.

Forderungen der Arbeitgeber

Die Arbeitgeber fordern mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit, z.B. durch längere Durchrechnungszeiträume und der Mitnahme von Minusstunden. Weiters möchten Sie die Ruhezeitbestimmungen im Kollektivvertrag verschlechtern. Im Gegenzug bieten die Arbeitgeber eine Abgeltung der Inflationsrate und differenzierte Erhöhungen (z.B. für niedrige Einkommen, ALT-Systeme). Die beiden Forderungsprogramme stehen zum Download bereit.

Die Verhandlungen mit der Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ, vormals BAGS) werden am 5. Dezember fortgesetzt.

 

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