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ÖGB und Gewerkschaften fordern: Jetzt sollen die Reichen zahlen!

Gewerkschaften zu Leitl: Mitarbeiterbeteiligung ist Minderheitenprogramm

Nur Solidarische Lohn/Gehaltspolitik sorgt für gerechte Verteilung

Wien (GPA-DJP/GMTN/ÖGB) - "Mitarbeiterbeteiligungen erreichen nur einen geringen Prozentsatz der Beschäftigten und entsprechen nicht dem, was Gewerkschaften unter solidarischer Lohn- und Gehaltspolitik verstehen", sagen die Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN) und die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-DJP) zu den Aussagen von Wirtschaftskammerpräsident Leitl und Wirtschaftsforschern  im heutigen Morgenjournal des ORF.

"Abgeltung der Inflation plus ein Anteil an Produktivitätsfortschritt der jeweiligen Branche ist nach wie vor eine gute Formel für die Gestaltung der Einkommen der Beschäftigten", sagt Erich Foglar, Bundesvorsitzender der GMTN. "Individuelle Unternehmensbeteiligungen wälzen auf Sicht das unternehmerische Risiko auf die Beschäftigten ab. Es klingt in guten Zeiten verlockend, am Unternehmen oder an dessen Gewinn beteiligt zu sein. Wenn aber die Gewinne ausbleiben und die Lohn- und Gehaltserhöhungen plötzlich nur mehr in Höhe der Inflation liegen - wie sich das zum Beispiel Wirtschaftforscher Felderer vorstellen kann, erweist das der Volkswirtschaft insgesamt keinen guten Dienst. Die Folge wäre nämlich ein massiver Kaufkraftverlust, gar nicht zu reden vom sinkenden Lebensstandard der Beschäftigten."

"MitarbeiterInnenbeteiligungen können niemals ein Ersatz für nachhaltig wirkende Lohn- und Gehaltserhöhungen für alle ArbeitnehmerInnengruppen sein", sagt Karl Proyer, stellvertretender Bundesgeschäftsführer der GPA-DJP. "Von der  steigenden Produktivität müssen allen ArbeitnehmerInnen, auch jene aus nicht gewinnträchtigen Unternehmen, profitieren. Das wird der Schwerpunkt bei den kommenden Lohn- und Gehaltsrunden sein. Es gibt ja bereits verschiedene Modelle von MitarbeiterInnen- und Gewinnbeteiligungen, die wir nicht per se ablehnen. All jene, die glauben, sie könnten damit Druck auf die Lohn- und Gehaltspolitik ausüben, befinden sich am Holzweg", so Proyer. "Lohnerhöhungen nur in der Höhe der Inflationsrate und darüber hinaus nur Gewinnbeteiligungen für wenige wird es mit den Gewerkschaften jedenfalls nicht geben," ergänzt Foglar.

"Gewinn- oder Mitarbeiterbeteiligungen sind ein Minderheitenprogramm, und nicht das dringendste Problem, für das sich der Wirtschaftsminister bei den Unternehmen einsetzen muss", sagen die Gewerkschaften. "Die Zahl der Lehrstellen bis 2010 zu verdoppeln, zumindest aber wesentlich zu erhöhen, ist ein weitaus wichtigeres Vorhaben, für das sich Bartenstein einsetzen sollte", sagen GPA-DJP und GMTN.

Rückfragehinweis:
Nani Kauer, GMTN
Tel. (01) 501 46 242, Mobil: 0664 6145 915
E-Mail:
nani.kauer@gmtn.at
http://www.gmtn.at

Martin Panholzer, GPA-DJP
Tel. 05 03 01 21511, Mobil: 05 03 01 62 511
E-Mail:
martin.panholzer@gpa-djp.at

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