Euro-Betriebsrat bei Mayr-Melnhof erweitert
Als Hauptaufgabe sehen die Funktionäre zunächst den umfassenden Informationsaustausch zwischen den jeweiligen Betriebsratskörperschaften. Dieser Informationsaustausch bildet die Grundlage zur Bildung einer einheitlichen konzerninternen ArbeitnehmerInnenstrategie gegenüber den Eigentümervertretern.
Damit wird auch seitens der ArbeitnehmerInnen jener Schritt nachvollzogen, den die Konzernleitung bereits vor Jahren eindrucksvoll vorexerzierte - nämlich gesamteuropäisch zu denken und zu handeln.
Nach wie vor bestehen in einigen Bereichen zwischen den einzelnen Betrieben sowohl produktionstechnische Unterschiede - die sich auf die Zahl der benötigten Arbeitsplätze entsprechend auswirken - als auch bezüglich der arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen.
Wahl des Vorsitzenden
Zum Zweck der Förderung des sozialen Dialogs, der Information und der Anhörung zwischen Unternehmer und ArbeitnehmerInnen innerhalb der Mayr-Melnhof Gruppe wurde die bestehende Vereinbarung über die Errichtung eines Europäischen Betriebsrates (EBR) in der Mayr-Melnhof Karton-Division vom 10. Februar 1995 modifiziert und um die Kartonverarbeitenden Betriebe (Bereich Packaging) erweitert.
Am 17. und 18. November dieses Jahres fand die konstituierende Sitzung des um den Packaging-Bereich erweiterten EBR in Wien statt. Seitens der österreichischen MM-Betriebe nahmen daran die BR-Vorsitzenden Rudolf Spitzer (Schausberger, Oberösterreich), Franz Stögerer (Neupack, Niederösterreich) und Gerhard Novotny (Packaging Austria, Wien) sowie die Gewerkschaftssekretäre Christian Schuster (DJP) und Wolfgang Greif (GPA) teil.
Bei der konstituierenden Sitzung wurde Kollege Wolfgang Weinisch (MMP Schilling, Deutschland) zum Vorsitzenden des EBR für den Bereich Packaging gewählt. Zu seinen Stellvertretern wählten die Euro-Betriebsräte Kollegen Phil Potter (MMP-UK, Liverpool) sowie Gerhard Novotny (MMP-Austria, Wien).
Neue Mitgliedsländer
Ein besonderes Aufgabengebiet für den EBR stellen die Betriebe aus den neuen EU-Ländern als auch aus Osteuropa dar. Hier betrage das Lohnniveau nur ein Bruchteil dessen, was in den hochentwickelten westeuropäischen Staaten üblich ist. Auch ist das soziale Netz in Westeuropa wesentlich enger geknüpft als in den neuen EU-Ländern.
Es ist Aufgabe des EBR dafür zu sorgen, dass sowohl die Einkommen als auch die Arbeitsbedingungen sowie die sozialen Standards der in den neuen Mitgliedsländern tätigen MM-MitarbeiterInnen kontinuierlich auf westeuropäisches Niveau herangeführt werden. Eine Nivellierung nach unten hätte schwerwiegende volkswirtschaftliche Folgen: Die MM-Standorte in Westeuropa kämen noch stärker unter Druck und wären letzlich in ihrer Existenz gefährdet.

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