1.200 IT-Beschäftigte fordern Ist-Erhöhung im Kollektivvertrag
Mehr als 1.200 Beschäftigte der IT-Branche versammelten sich gestern im Austria Center Vienna, um Druck für eine Ist-Gehaltserhöhung im IT-Kollektivvertrag zu machen. Darüber hinaus wurde diese Forderung mittlerweile auch von über 6.000 Personen im Internet unterstützt.
Der Vorsitzende der GPA-djp, Wolfgang Katzian, zeigte sich überwältigt über die große Beteiligung an der Versammlung. Katzian appellierte an die Solidarität der Beschäftigten: "Alle meinen, die IT-Branche sei eine gewerkschaftsfreie Zone, in der es sich ohnehin jeder selber richtet, wurde mit dieser Versammlung eines besseren belehrt. Nur das gemeinsame Agieren und Zusammenhalten wird den nötigen Erfolg bringen!"
Nachhaltigkeit gefordert
Die Verhandlungsleiterin der GPA-djp, Betriebsratsvorsitzende der s IT Solutions AT Spardat GmbH Susanne Sucher betonte, dass es zwar in vielen Unternehmen Überzahlungen gebe, das Entscheidende sei aber eine rechtlich abgesicherte, nachhaltige Erhöhung der Gehälter.
Solidarität aus anderen Branchen
Solidarität kam auch aus anderen Branchen: So meinte der Betriebsrat der Siemens AG, Martin Krassnitzer, dass seine Solidarität nicht selbstlos sei. Der IT-Kollektivvertrag werde von vielen Unternehmen als "Fluchtkollektivvertrag" missbraucht, in den Beschäftigte ausgelagert werden. Dadurch wird aber der Druck auf die Beschäftigten der eigenen Elektrobranche massiv erhöht.
Zukunftsbranche IT
Gerade angesichts der weltweiten Finanzkrise und schwieriger Rahmenbedingungen sind nachhaltig wirkende und sichere Gehaltssysteme enorm wichtig. Der Zukunftsbranche IT kommt eine entscheidende Rolle zu wenn es darum geht, zeitgerecht neue wirtschaftliche Impulse zu setzen.
Dynamik und Innovationskraft werden aber nur zufriedene und motivierte MitarbeiterInnen zustande bringen. Eine regelmäßige Erhöhung der tatsächlich ausbezahlten Gehälter gehört zu den unverzichtbaren Standards in einer modernen Wirtschaftsbranche. Die Verankerung einer Ist-Erhöhung im IT-Kollektivvertrag ist daher längst überfällig.
Verhandlung am 3. November
Bei den IT-Kollektivvertragsverhandlungen am 3. November zeigte der Druck der ArbeitnehmerInnen erste Wirkung. Zwar ist immer noch große Skepsis bezüglich der IST-Erhöhung bei den Arbeitgebern vorhanden, doch sie signalisierten zumindest Gesprächsbereitschaft.
Es wird daher notwendig sein, den Druck weiter aufrecht zu erhalten, wenn wir unsere berechtigten Forderungen durchsetzen wollen. Nähere Informationen für weitere Aktionen werden noch rechtzeitig bekannt gegeben.

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