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ÖGB und Gewerkschaften fordern: Jetzt sollen die Reichen zahlen!

GPA-DJP-Katzian: Steuerliche Förderung von Gewinnbeteiligungen schafft verteilungspolitische Schieflage

An deutlicher Entlastung der unteren und mittleren Einkommen führt kein Weg vorbei

Wien (GPA-DJP). "Die von der ÖVP im Zusammenhang mit der nächsten Steuerreform  forcierte steuerliche Förderung von Gewinnbeteiligung würde eine verteilungspolitische Schieflage schaffen, da nur eine Minderheit der unselbständig Beschäftigten von einer Gewinnbeteiligung profitieren. Es kann nicht sein, dass die Mehrheit der Beschäftigten die keinen Zugang zu solchen steuerlichen Begünstigungen haben, mit ihrer Steuerleistung jene unterstützen, die in den Genuss solcher Modelle kommen", erklärte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-DJP), Wolfgang Katzian gestern im Rahmen einer Veranstaltung zu Mitarbeiterbeteiligungsmodellen.
 
Auf keinem Fall dürfe das Volumen für die notwendige Entlastung der unteren und mittleren Einkommen durch eine steuerliche Förderung von Gewinnbeteiligungen geschmälert werden, so Katzian. Gewinnbeteiligungen seien auch grundsätzlich nicht das richtige Instrument, die Einkommensverteilung zu Gunsten der unselbständig Beschäftigten zu verändern. "Diesbezüglich bleiben nachhaltige prozentuelle Lohn- und Gehaltssteigerungen auch künftig die Basis für eine kontinuierliche Einkommensentwicklung. Gewinnbeteiligungen können da bestenfalls eine Ergänzung sein und sind kein Ersatz für eine kollektivvertragliche Gehaltserhöhung", so der GPA-DJP-Vorsitzende.
 
Mitarbeiterbeteiligungsmodelle zur Schaffung von strategischem Eigentum können Sinn machen, wenn es etwa darum geht, die längerfristige Ausrichtung eines Unternehmen von Seiten der Beschäftigten her zu beeinflussen bzw. vor feindlichen Übernahmen zu schützen. Beispiele für solche Modelle, die im Rahmen der GPA-DJP-Veranstaltung präsentiert wurden, sind etwa die Vöest-Alpine Mitarbeiterstiftung oder das Beteiligungsmodell der Flughafen Wien AG. Bei der Ausgestaltung des jeweiligen Beteiligungsmodells müsse aber sehr genau darauf geachtet werden, das Risiko für die Beschäftigten in einem übersehbaren Ausmaß zu halten. Anders sind Modelle zu bewerten, bei denen ArbeitnehmerInnen mit ihrem Lohn bzw. Gehalt individuell Aktien des eigenen Unternehmens erwerben. Hier ist vor der Risikokonzentration zu warnen, die sich ergibt, dass man einen mitunter erheblichen Anteil der Ersparnisse vom wirtschaftlichen Schicksal seines Unternehmens abhängig macht. Zum Arbeitsplatzrisiko kommt das Vermögensrisiko. Wenn Unternehmen versuchen ihre Eigenkapitalbasis durch die MitarbeiterInnen zu verbessern und zum Anteilserwerb drängen, ist höchste Vorsicht angebracht. Sein Geld in ein wirtschaftlich labiles Unternehmen zu legen, ohne aber auf das Management Einfluss ausüben zu können kann mit erheblichen Verlusten enden.

"Wir sind keine Dogmatiker und stehen Beteiligungsmodellen nicht von vorne herein negativ gegenüber",  betonte Katzian. "Ich plädiere aber sehr dafür, sehr genau und konkret hin zu sehen, in welchem Interesse die jeweiligen Modelle angepriesen werden. Für eine Flexibilisierung der Löhne und Gehälter, durch die Unternehmer die Entlohnung von der Leistung in Richtung wirtschaftlicher Kennzahlen umlenken und sich unterm Strich einfach Lohnkosten ersparen wollen, stehen wir nicht zur Verfügung", so Katzian abschließend.

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