Das Seminar soll im Abstand von 4 bis 7 Wochen von der Veranstaltung/Workshop "MitarbeiterInnenbeteiligung" stattfinden und dort als Angebot an jene platziert werden, die sich genauer mit der Thematik befassen wollen. Die MitarbeiterInnenbeteiligung erlebt zurzeit in Österreich eine breite öffentliche Diskussion. MitarbeiterInnen können am Unternehmen in Form einer Kapitalbeteiligung am Unternehmen oder am Ergebnis bzw. dem Gewinn in Form einer Gewinnbeteiligung beteiligt werden. Kapitalbeteiligungen gibt es vorwiegend in größeren börsennotierten Aktiengesellschaften. Die jetzige Diskussion zielt auf eine Beteiligung am Gewinn ab. Gewinnbeteiligungsmodelle sind flexible Einkommensbestandteile, die längerfristig höchst unsicher sind. Mit diesen flexiblen Modellen wollen sich die Unternehmer konstante, höhere Löhne und Gehälter ersparen. Zusätzlich birgt dieses Modell eine weitere Gefahr der Entsolidarisierung in sich, weil die KV-Abschlüsse in den Industriebereichen immer eine Leitlinie für andere KV-Verhandlungen sind. Niedrige IST-Lohnerhöhungen zu Gunsten von Gewinnbeteiligungsmodellen würden sich womöglich ungünstig auf die nachfolgenden Verhandlungsrunden z.B. im Handel auswirken.
Zielsetzung: Die TeilnehmerInnen haben eine Übersicht über die unterschiedlichen Modelle - Sie kennen die Position der GPA-DJP zur MitarbeiterInnenbeteiligung - Die TeilnehmerInnen wissen worauf sie bei Einführung von Gewinn- oder Erfolgsbeteiligungsmodellen besonders achten müssen - Es ist klar was man durch BV regeln kann und was nicht.
Inhalte:
1. Beteiligung am Gewinn versus Lohnerhöhung. Neben der Kapitalbeteiligung, bei der die ArbeitnehmerInnen quasi zu MiteigentümerInnen werden, ist in der öffentlichen Diskussion vor allem die Gewinnbeteiligung relevant. Welche Vor- und Nachteile ergeben sich durch diese Beteiligungsarten?
2. Wie bewertet die GPA-DJP die unterschiedlichen Beteiligungsformen? Wie sehen die gewerkschaftlichen Positionen dazu aus? Welche Überlegungen führten zu den Ergebnissen (hängt vom Zeitpunkt des Seminars ab und ob es kollektivvertragliche Vereinbarungen gibt)?
3. Sollen Gewinnbeteiligungen per Gesetz, Kollektivvertrag oder Betriebsvereinbarung geregelt werden? Wie sind die kollektivvertraglichen Vereinbarungen im Betrieb anzuwenden? Welche arbeitsrechtlichen und steuerrechtlichen Bestimmungen sind relevant?
4. Erarbeitung einer konkreten Vorgangsweise und Strategie für die Einführung von Beteiligungsformen aus Sicht von BR-Körperschaften unter Berücksichtigung aller relevanten Fragen für ArbeitnehmerInnen.
TrainerInnen: Mag.a Andrea Komar (GPA-DJP Rechtsabteilung), Mag. Heinz Leitsmüller (AK Abteilung Betriebswirtschaft), Mag. David Mum (GPA-DJP Grundsatzabteilung)
Zielgruppe: Betriebsratsmitglieder die sich genauer mit der Thematik befassen wollen.