GPA-djp
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

GPA-djp-Hofmann: „Jeder arbeitslose Jugendliche gefährdet das Projekt Europa"

Konferenz in Wien suchte Lösungen für das gesamteuropäische Problem Jugendarbeitslosigkeit

Wien (OTS) – Junge Menschen sind am stärksten von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Europa betroffen. Spanien gehört mit einer Jugendarbeitslosigkeitsrate von 47,5Prozent nach Griechenland mit 49,5 Prozent zu den traurigen europäischen Spitzenreitern. „Was sind die strukturellen Ursachen in Spanien? Welche wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und individuellen Auswirkungen gibt es? Und noch wichtiger: Wie kann Jugendarbeitslosigkeit effektiv und nachhaltig auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene bekämpft werden?“, diese Fragen standen heute im Mittelpunkt einer von der Jugend der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) gemeinsam mit wienXtra veranstalteten Konferenz „Jugendarbeitslosigkeit in Spanien – das junge Gesicht der Wirtschaftskrise“.

„Internationale Solidarität ist gefragt! Jeder arbeitslose Jugendliche gefährdet das Projekt Europa, die europäische Jugendarbeitslosigkeit geht uns also alle an. Sie ist schon lange kein nationalstaatliches, sondern ein gesamteuropäisches Problem, das gemeinsam bekämpft werden muss, damit junge Menschen eine Perspektive haben“, forderte Christian Hofman, Jugendvorsitzender der GPA-djp, in seiner Begrüßung mehr Investitionspolitik, um mehr Beschäftigung für Jugendliche zu schaffen. Eine wirksame Möglichkeit, um mehr Perspektiven für junge Menschen zu schaffen, wäre die Einführung einer Golden Rule in der EU-Finanzpolitik, damit wären öffentliche Ausgaben mit investivem Charakter aus der Berechnung des strukturellen Defizits auszuklammern, erklärt Hofman: „Damit wäre die öffentliche Verschuldung für bestimmte Ausgaben gerechtfertigt, die dazu führen, dass das öffentliche Netto-Vermögen steigt. Öffentliche Kredite würden zwar Lasten für spätere Generationen erzeugen, durch die damit finanzierten öffentlichen Investitionen entsteht aber auch ein großer Nutzen für sie.“

Außerdem plädierte Hofman einmal mehr dafür, Jugendlichen ordentliche Ausbildungsmöglichkeiten und damit Chancen auf qualitative Arbeitsplätze zu bieten: „Wer immer mehr Menschen als billige Arbeitskraft ausnutzt, der schadet natürlich auch dem Pensionssystem.“ Und auch eine Arbeitszeitverkürzung wäre ein wirksames Instrument, weil von den dadurch neu geschaffenen Arbeitsplätzen Jugendliche profitieren könnten.

„In Spanien ist unter anderem die fehlende Ausbildung im sekundären Bereich und in der Berufsausbildung der Grund für die hohe Jugendarbeitslosigkeit. Ebenso sind fehlende Investitionen im Bildungsbereich und die Kürzung der Löhne der falsche Weg um aus der Krise zu kommen und die Beschäftigung zu erhöhen. Unternehmen werden nicht wettbewerbsfähiger, wenn sie Löhne kürzen, sondern dann, wenn sie innovativer werden", bekräftigte Ricard Bellera i Kirchhoff, Internationaler Sekretär der Gewerkschaft Comisiones Obreras in Katalonien.

Jugendarbeit und Gewerkschaften sind also mehr denn je gefragt, waren sich ExpertInnen der Jugendarbeit, der Arbeitsmarktpolitik und GewerkschafterInnen aus Spanien und Österreich in der Podiumsdiskussion einig, so Hofman abschließend: „Jugendliche, die den Zugang zum Arbeitsmarkt nicht schaffen und in prekären Verhältnissen beschäftigt sind, brauchen unsere Unterstützung“.

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