GPA-djp
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Alles über den KV

Auf den folgenden Seiten finden Sie umfassende Informationen über die Grundlagen, die Aufgaben und die Bedeutung des Kollektivvertrages. Bei dieser Zusammenstellungen haben wir uns auf generell gültige Merkmale konzentriert, die auf Kollektivverträge aller Branchen zutreffen.

Grob gesagt sind im Kollektivvertrag alle wichtigen wechselseitigen Rechte und Pflichten aus einem Arbeitsverhältnis geregelt. Im Grundaufbau der meisten Kollektivverträge spielen vor allem Arbeitszeitregelungen (bzw. Arbeitszeitmodelle) und Entgeltfindung (Einstufung, Mindestgehälter bzw. Mindestlöhne eine bedeutende Rolle.

 

Der Kollektivvertrag regelt eine große Zahl von Ansprüchen, die nicht in Gesetzen stehen bzw. die über gesetzliche Bestimmungen hinausgehen. So ist die Festlegung von Mindestgehältern bzw. -löhnen oder von Urlaubs- und Weihnachtsgeld ausschließlich dem Kollektivvertrag vorbehalten und müssen ArbeitnehmervertreterInnen durch geeignete Maßnahmen einen Fortgang der verhandelt werden.

Wenn Sie wissen wollen, welcher Kollektivvertrag für Sie gilt und welche speziellen Bestimmungen er enthält, wenden Sie sich an Ihr GPA-djp-Regionalsekretariat, an das GPA-djp-Service-Center oder an Ihren Betriebsrat.

Die wichtigsten Leistungen auf einen Blick

Nicht alles, was Sie im Laufe Ihres Arbeitslebens an Ansprüchen geltend machen, steht im Gesetz. Gut die Hälfte des Arbeitsrechtes ist "nur" in  Kollektivverträgen festgeschrieben.

Wenn es keinen Kollektivvertrag gibt, müssen Punkte, für die es keine gesetzliche Regelung gibt, zwischen ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen im Arbeitsvertrag geregelt werden. 

Die nachstehende Auflistung ist nicht vollständig, kann von Branche zu Branche variieren und soll nur ein Gefühl für die Bedeutung des Kollektivvertrages vermitteln.

Das ist in Kollektivverträgen geregelt Das ist gesetzlich geregelt
Normalarbeitszeit maximal zwischen 36 und 40 Stunden pro Woche Für alle Bereiche 40 Stunden
Überstundenzuschläge von 50 % und höher je nach Lage der Arbeitsleistung (zB 100 % Zuschlag für Sonntage und Nachtstunden) Nur 50 % Zuschlag für alle Überstunden
Erhöhter Grundstundenlohn für Überstunden Keine Regelung
Zuschläge für besondere Arbeitszeiten (Nachtarbeit, Sonntagsarbeit) Keine Regelung
Zusatzurlaub für Behinderte Keine Regelung
24. und 31. Dezember arbeitsfrei Keine Regelung, normaler Arbeitstag
Anrechnung von Karenzurlauben bei der Abfertigung Keine gesetzliche Regelung
Volle Anrechnung des ersten Karenzurlaubes für Entgeltfortzahlung und Kündigungsfrist Maximal 10 Monate Anrechung
Regelungen für Dienstreisen im In- und Ausland, Aufwandsentschädigungen und Kilometergelder Keine gesetzliche Regelung für den Anspruch. Nur Regelungen für die steuerrechtliche Behandlung.
Bestimmter Freizeitanspruch für bestimmte Ereignisse (Hochzeit, Todesfall, Geburt etc.) Nur die unbedingt notwendige Zeit.
Mindestgehälter, -löhne Keine gesetzliche Regelung. Nach dem ABGB (Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch) kann sogar Arbeit ohne Bezahlung vereinbart werden. Im Angestelltengesetz wird nur der Anspruch auf "ortsübliche Entlohnung" festgelegt.
Tätigkeitsbeschreibungen, Einstufungskriterien, Verwendungsgruppen Keine gesetzliche Regelung
Anrechnung von Vordienstzeiten für die Einstufung Keine gesetzliche Regelung
Vorrückungen und Umreihungen innerhalb des Gehaltsschemas Keine gesetzliche Regelung
Zulagen für bestimmte Tätigkeiten oder bestimmte Verwendungen Keine gesetzliche Regelung
Regelmäßige Erhöhungen der Gehälter
(-Löhne)
Keine gesetzliche Regelung
Weihnachtsgeld (-remuneration) und Urlaubsgeld (Urlaubsbeihilfe) Keine gesetzliche Regelung. Das Angestelltengesetz schreibt lediglich die Gewährung einer "Remuneration" vor. Wie oft und in welcher Höhe ist nicht vorgeschrieben.
Fortzahlung des Gehaltes im Todesfall Keine gesetzliche Regelung. Lediglich die Hinterbliebenenansprüche im Falle einer bestehenden Abfertigung sind geregelt.